Projekt „Visiterre“


Seit diesem Jahr ist Mafia? Nein, Danke! e.V. ein Partner des Projekts „Visiterre“. Wir suchen in Deutschland Interessierte, die sich vor Ort in Kampanien mit der Geschichte der Camorra und der Antimafia-Bewegung auseinandersetzen möchten. Visiterre engagiert sich für einen Sanften Tourismus und lässt die Reisenden vor Ort ein Teil der Antimafia-Bewegung sein. Nun besteht diese Möglichkeit auch für Reisende aus Deutschland.

Was ist “Visiterre“ ?  Wie kann man teilnehmen?
„Visiterre“ ist eine der Aktivitäten des Projektes R.E.S. (
Rete di Economia Sociale, auf deutsch: Netz der sozialen Wirtschaft), die zum Ziel hat, durch die Nutzung der von der Camorra konfiszierten Eigentümer die soziale Wirtschaft zu fördern. Es geht dabei auch darum, einen sozial verantwortlichen Tourismus zu ermöglichen, jenseits der Pizza-Romantik. Mit Reisen in die Provinz von Neapel und Caserta sollen diese Gebiete touristisch entdeckt und somit auch aufgewertet werden, ohne dass die camorra davon profitiert.

Die Etappen der Reise werden also zu von der Mafia beschlagnahmten Gütern führen. Dort werden die Touristen erfahren, wie sie nach der Beschlagnahme der Gesellschaft wieder zur Verfügung gestellt werden und was seitdem ihre Verwendung ist.

Die Reisenden werden zu den interessanten Ortschaften der Provinz Caserta und Neapels geführt, wo sie Zeugen, Verwandte von unschuldigen Opfern, treffen werden, die über ihre Lebenserfahrungen und ihr Engagement gegen die organisierte Kriminalität erzählen werden.

Die Gruppe wird von Menschen begleitet, die sich mit der Solidarwirtschaft beschäftigen. Sie wird viel über bewährte Methoden des kritischen Konsums erfahren, etwa über mafiafreie Produkte. Die Gruppe wird natürlich auch die in Kampanien mafiafrei erzeugten Köstlichkeiten probieren, etwa die Mozzarella aus Büffelmilch.

Wir werden uns mit Schriftstellern, Richtern, Journalisten auseinandersetzen, um die gesellschaftlichen Veränderungen zu verstehen: in der Wirtschaft, in der Kommunikation, in der Politik.

Sämtliche Mahlzeiten werden in Lokalen stattfinden, die sich mutig gegen Schutzgeldzahlungen gestellt haben und damit gegen die organisierte Kriminalität, indem sie die Verantwortlichen angezeigt haben. Die Gruppe wird auch Restaurants besuchen, die nur mit Produkten arbeiten, die auf konfiszierten Feldern erzeugt worden sind. Jeder Mahlzeit wird eine Erklärung zum Essen vorausgesehen.

Zwei Vertreter von Mafia? Nein, Danke e.V. haben in der Vergangenheit selbst an einer solchen Reise teilgenommen. Sie sagten, sie hätten nicht nur eine einfache Reise gemacht, sondern sie seien mit einer Lebenserfahrung im Gepäck zurückgekommen. „Man kann über die Anti-Mafia-Bewegung viel lesen und sie studieren, aber es ist etwas ganz anderes, mit eigenen Augen zu sehen, wie die Arbeit im Verbund Hoffnung bringen kann“, sagt Marta Tirabassi, die nun als Organisatorin zukünftiger Reisen fungiert. „Eine Alternative zu der kriminellen Wirtschaft ist möglich. In den Provinzen Caserta und Neapel ist zurzeit der Aufbau einer gesunden und guten Gemeinschaft zu beobachten. Einer Gemeinschaft, die sich von den Praktiken der Camorra befreit, und die Besucher wie Einwohner der Gegend diese wiederentdecken lässt.“

Es gibt verschiedene und flexible Reise-Pakete, die an die Bedürfnisse der Gruppe – seien es Schüler oder Studenten oder Touristengruppen – angepasst werden können.

Die Kosten für die reisen sind  niedrig gehalten, vor allem im Vergleich mit einer gewöhnlichen Reise! Der vorgesehene Zeitraum für Reisen ist Sommer/Herbst 2016.

An einer Reise teilzunehmen ist einfach. Nehmen Sie über die Email-Adresse  infovisiterre@gmail.com (in Italienisch) Kontakt auf, oder auch per Telefon unter +49-176 98793746 (Marta Tirabassi, Deutsch und Italienisch) und +39 338 9529441 / +39 392 1844610 (Italienisch).

photo: http://www.visiterre.it/