Wer Italienisch unterrichtet, sollte über die Mafia sprechen können

2026 Vortrag Uni Bochum

Am 19. Januar 2026 hielt mafianeindanke eine Doppelstunde an der Ruhr-Universität Bochum, in einem Seminar für angehende Italienischlehrer*innen. Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, sich gemeinsam mit der italienischen Mafia und ihren Aktivitäten in Deutschland auseinanderzusetzen, ein Thema, das für den späteren Unterricht eine wichtige Rolle spielen kann.

Die Doppelstunde begann mit einer Aufklärung über die Mafia in Deutschland und ihre Aktivitäten. Geldwäsche über Gastronomie und Immobilien, Einschüchterung, kriminelle Netzwerke in deutschen Städten: Phänomene, die viele reflexartig in Süditalien oder amerikanischen Gangsterfilmen verorten, sind real und geographisch nah. Für angehende Italienischlehrer*innen ist das näher am eigenen Berufsfeld, als es auf den ersten Blick scheint. Wer in der Schule Sprache und Kultur Italiens vermittelt, wird diesem Thema im Unterricht früher oder später begegnen, sei es durch Medienberichte, die Schüler*innen mitbringen, durch Fragen, die sich aus dem Unterrichtsstoff ergeben, oder durch eigene Neugier. Eine solide Grundlage zu haben, um darüber informiert und sicher sprechen zu können, gehört zur Vorbereitung auf den Beruf. Im Anschluss stellte mafianeindanke den Verein sowie seine Kernforderungen vor.

Ein zentraler Bestandteil der Doppelstunde war die interaktive Beteiligung der Studierenden. In Kleingruppen erarbeiteten sie verschiedene Themen, darunter die Geschichte und Strukturen der italienischen Mafia, aktuelle Mafiaorganisationen in Deutschland, Prävention und Bekämpfungsstrategien sowie wichtige Personen, die ihren Widerstand gegen die Mafia mit dem Leben bezahlt haben. Auch konkrete Ereignisse in Deutschland standen im Fokus, etwa die Mafiamorde in Duisburg und der Untersuchungsausschuss in Thüringen. Die Ergebnisse wurden anschließend in einer gemeinsamen Runde vorgestellt und diskutiert. Dies bot nicht nur die Gelegenheit, das erworbene Wissen zu vertiefen, sondern auch ein Bewusstsein für die Komplexität des Themas zu entwickeln.

Sprachunterricht, der Haltung bilden will, darf nicht an der Oberfläche bleiben. Angehende Italienischlehrer*innen brauchen das Wissen und das Handwerkszeug, um auch unbequeme Aspekte der italienischen Wirklichkeit in den Unterricht zu tragen. Dafür bietet mafianeindanke umfangreiches und aktuelles Informationsmaterial an, aber auch an Universitäten sollten Mafia und Antimafia fester Teil des Studieninhalts für Italianistik-Studierende sein. Zudem fordern wir spezielle Lehrstühle zu Organisierter Kriminalität an Universitäten und Hochschulen, um die Forschung zu verbessern – gerne auch fachübergreifend mit Bezügen zu Soziologie, Kriminologie und Jura.