35 000 Menschen demonstrieren in Messina gegen die Mafia


Wer zum Gedenktag für die unschuldigen Opfer der Mafia reist, muss gute Nerven haben. Alljährlich zum 21. März, dem Frühlingsanfang, organisiert die italienische Antimafia-Organisation Libera die Veranstaltung, bei der Angehörige von Mafia-Opfern zusammenkommen und Unterstützung erfahren. Libera, eine Partnerorganisation von Mafia? Nein, Danke! e.V., entstand ursprünglich als Dachorganisation und Interessenvertretung für Kooperativen, die in Italien auf von der Mafia beschlagnahmten Grundstücken arbeiten; der Verein hat mit einer gewaltigen Unterschriftensammlung das zugrundeliegende Gesetz zur Beschlagnahme erst auf den Weg gebracht. Heute baut Libera International ein weltumspannendes Netz aus Antimafia- und anderen Organisationen auf, die sich gegen die Organisierte Kriminalität stellen. Und so waren auch Gruppen aus Mexiko, Bolivien, Tunesien und Argentinien bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung vertreten.

Gemeinsam schaffen wir es!


In Baden-Württemberg haben sich schon vor vielen Jahren eine Vielzahl von verschiedener Mafia-Clans niedergelassen: im Norden bildet Mannheim einen Schwerpunkt, im Süden das Bodenseegebiet, im Zentrum die Metropolregion um Stuttgart, aber auch die übrigen Gebiete sind leider nicht mafiafrei. Längst haben sich die Gruppen festgesetzt, verwurzelt. Immer wieder kam es neben Drogenhandel auch zu schwerwiegenden Kapitaldelikten wie Morden und Mordversuchen im „Ländle“.

„Ohne Frauen würde die Mafia gar nicht bestehen“


Mathilde Schwabeneder hat sich durch Aktenstapel gekämpft, hat Gespräche mit Inhaftierten geführt, um herauszufinden, was die Rolle von Frauen in der Mafia heute ist. Ihre Recherchen sind in dem spannenden Buch mit dem Titel „Die Stunde der Patinnen“ nachzulesen. Auf Einladung von mafianeindanke e.V. hat sie es zum Weltfrauentag in Berlin vorgestellt. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit gesprochen.

Anime nere (Schwarze Seelen) – ein Roman von Giocachhino Criaco


Es ist der erste Roman von Giocacchino Criaco, geboren in Africo, einem kleinen Dorf im kalabrischen Gebirge Aspromonte. Lange hat die deutschsprachige Ausgabe auf sich warten lassen. Acht Jahre nach der Veröffentlichung der Originalausgabe (2008) und zwei Jahre nach Erscheinen des gleichnamigen Films (2014), gibt es nun endlich eine deutsche Ausgabe von Anime nere, sie trägt den Titel „Schwarze Seelen“.

Neue Bestell-Runde Zitrusfrüchte – Kooperative „Albero del Paradiso“


Uns erreichte ein Aufruf, den wir gerne weitergeben:
Hallo zusammen!

Vor der Sommerpause gibt es noch einmal die Gelegenheit Orangen, Nüsse, Pasta, Olivenöl und andere Produkte der Kooperative „Albero del Paradiso“ aus Sizilien zu bestellen — für eine geplante Lieferung in den Weltraum (Ratiborstr. 4 in Kreuzberg) um den 1. Juni herum.

Die Saison der Zitrusfrüchte neigt sich dem Ende, wie ihr an dem relativ schmalen Angebot erkennen könnt. Neu auf der Liste sind dafür diverse Pistazienprodukte der frisch gegründeten Genossenschaft von diversen Erzeuger*innen in Bronte. Mehr dazu unter http://www.pistaciaetna.bio (auf Italienisch und Englisch; die Sprachversion auf Deutsche folgt).

Ein starkes Zeichen ist nötig!


Heute vor zwanzig Jahren wurde in Italien ein Antimafia-Gesetz geschaffen, das die Beschlagnahme kriminellen Eigentums und die Wiederverwendung für soziale Zwecke ermöglichte. Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, selbst wenn es zu vereinzelten Missbräuchen des Gesetzes kommt: Gemeinnützige Einrichtungen wie etwa die Anti-Schutzgeld-Initiative Addiopizzo haben ihren Sitz dort, wo ehemals Gangster ihren Geschäften nachgingen – ein starkes Signal an die Gesellschaft. Und auf Ländereien, von denen die Mafiaorganisationen profitierten, wachsen heute Bio-Nahrungsmittel, die in schutzgeldfreien Lokalen verkocht werden bzw. in entsprechenden Läden verkauft. Deutschland hinkt dieser Gesetzgebung weit hinterher. Ein Neuköllner Lokal, das einer kriminellen Großfamilie weggenommen würde und fortan sozialen Zwecken dienen würde als Präzedenzfall – das wäre ein starkes Zeichen an die Menschen in Neukölln etwa. Es würde zeigen, dass das Land Berlin gewillt ist, sich den Clans dort mit aller Macht entgegenzustellen. Es ist an der Zeit für eine solche Geste!!! Herr Regierender Bürgermeister Michael Müller, Herr Innensenator Frank Henkel!

Ist der Einzug aller 500-Euro-Noten ein Mittel gegen illegitime Finanzströme?


Der Vorschlag, 500­-Euro-­Scheine aus dem Zahlungsverkehr zu ziehen, taucht immer wieder in öffentlichen Debatten auf. Großbritannien – obwohl nicht Mitglied der Währungsunion – war 2010 das erste Land, das die Ausgabe der Scheine in Wechselstuben verbot. Nun fordert das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) die Europäische Zentralbank (EZB) auf, die 500­-Euro-­Scheine abzuschaffen, da sie ein nützliches Mittel für Kriminelle sind, Schwarzgeld zu schmuggeln. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Länder wie Deutschland und die Niederlande, in denen die Bezahlung mit Bargeld weiterhin bevorzugt und der elektronischen Bezahlung skeptisch gegenüber gestanden wird. Was sind also die Hauptargumente für ein Verbot der lila Scheine?

Korruption in Deutschland – lange unterschätzt


Jedes Jahr veröffentlicht Transparency International seinen Korruptionswahrnehmungsindex CPI. Darin schätzt die Organisation auf der Basis von Expertengesprächen, wie stark einzelne Länder von Korruption betroffen sind. Transparency International wurde 1193 in Berlin gegründet, ist inzwischen aber weltweit tätig. Deutschland landet für das Jahr 2015 auf dem zehnten Platz der Statistik. Transparency International hat für das Land eine Verbesserung erkannt, dementsprechend ist Deutschland im Ranking im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze gestiegen. Doch der Blick auf die Statistik täuscht: Deutschland muss in Sachen Korruptionsbekämpfung noch viel tun.