Die Europäische Direktive über die Beschlagnahme und Einziehung: Kann sie im Kampf gegen organisierte Kriminalität helfen?


Die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität stellt einen komplexen Prozess dar, der nicht nur die polizeiliche Verfolgung und Zerschlagung krimineller Vereinigungen beinhaltet, sondern auch sicherstellen muss, dass Gewinne aus kriminellen Handlungen dieser Organisationen beschlagnahmt werden. Der Genetzgeber muss dafür sorgen, dass es Kriminellen nicht möglich ist, über ihre illegalen Gewinne frei zu verfügen. Nichtsdestotrotz ist „Unschuldig bis zum Beweis der Schuld“ eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens, was nur in einigen europäischen Staaten und dort nur in einigen Fällen aufgehoben wurde (in Strafverfahren in denen die Beweislastumkehr gilt) und die Europäische Union hat ihre Mitglieder darüber hinaus auf eine gemeinsame Linie verpflichtet. Arbeiten an einer Direktive begannen 2012 und die Schlussfassung wurde 2014 vorgestellt (“Richtlinie 2014/42/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. April 2014 über die Sicherstellung und Einziehung von Tatwerkzeugen und Erträgen aus Straftaten in der Europäischen Union”). Dieses Dokument ergänzt das Vorgehen der Europäischen Union gegen die Organisierte Kriminalität in den nächsten Jahren.

Häftlinge werden zu Schauspielerinnen


Es ist kurz vor acht am vierten März.  Auf den nur spärlich beleuchteten Gängen der Mailänder Universität huschen einige Gestalten in Richtung Audimax. Sie sind die wenigen, die das Glück haben jetzt einem einzigartigen Event beiwohnen zu dürfen. Einige der Strafgefangenen des Frauengefängnisses von Vigevano werden heute Abend ein Stück aufführen. Ein Projekt, bei welchem jede von ihnen Momente ihrer Vergangenheit freilegt. Es handelt sich um Geschichten bei denen die Mafia eine klare Rolle spielt, zumal die Frauen alle aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit der organisierten Kriminalität verurteilt worden sind. Jede erzählt die Geschichte einer der anwesenden Genossinnen, das Publikum wird über die Identität der jeweils wahren Protagonistin im Dunkeln gelassen.

Panama Papers: auch die Mafia ist dabei


Panama: Am dritten April haben die Journalisten der Organisation Icji erneut die Scheinwerfer auf das gerichtet, was NGOs und Experten bereits seit langem anprangern: Die Existenz einer sozialen Schicht von Mächtigen auf der ganzen Welt, die ihr Vermögen vor Steuern schützen, welche sie selbst eingeführt haben. Die von den Panama Papers ausgelöste Empörungswelle ist jedoch enorm. Islands Premier Gunnlaugsson musste zurücktreten und die Verwicklung des britischen Premierminister Cameron könnte Auswirkungen auf den Brexit haben.

35 000 Menschen demonstrieren in Messina gegen die Mafia


Wer zum Gedenktag für die unschuldigen Opfer der Mafia reist, muss gute Nerven haben. Alljährlich zum 21. März, dem Frühlingsanfang, organisiert die italienische Antimafia-Organisation Libera die Veranstaltung, bei der Angehörige von Mafia-Opfern zusammenkommen und Unterstützung erfahren. Libera, eine Partnerorganisation von Mafia? Nein, Danke! e.V., entstand ursprünglich als Dachorganisation und Interessenvertretung für Kooperativen, die in Italien auf von der Mafia beschlagnahmten Grundstücken arbeiten; der Verein hat mit einer gewaltigen Unterschriftensammlung das zugrundeliegende Gesetz zur Beschlagnahme erst auf den Weg gebracht. Heute baut Libera International ein weltumspannendes Netz aus Antimafia- und anderen Organisationen auf, die sich gegen die Organisierte Kriminalität stellen. Und so waren auch Gruppen aus Mexiko, Bolivien, Tunesien und Argentinien bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung vertreten.

Gemeinsam schaffen wir es!


In Baden-Württemberg haben sich schon vor vielen Jahren eine Vielzahl von verschiedener Mafia-Clans niedergelassen: im Norden bildet Mannheim einen Schwerpunkt, im Süden das Bodenseegebiet, im Zentrum die Metropolregion um Stuttgart, aber auch die übrigen Gebiete sind leider nicht mafiafrei. Längst haben sich die Gruppen festgesetzt, verwurzelt. Immer wieder kam es neben Drogenhandel auch zu schwerwiegenden Kapitaldelikten wie Morden und Mordversuchen im „Ländle“.

„Ohne Frauen würde die Mafia gar nicht bestehen“


Mathilde Schwabeneder hat sich durch Aktenstapel gekämpft, hat Gespräche mit Inhaftierten geführt, um herauszufinden, was die Rolle von Frauen in der Mafia heute ist. Ihre Recherchen sind in dem spannenden Buch mit dem Titel „Die Stunde der Patinnen“ nachzulesen. Auf Einladung von mafianeindanke e.V. hat sie es zum Weltfrauentag in Berlin vorgestellt. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit gesprochen.

Anime nere (Schwarze Seelen) – ein Roman von Giocachhino Criaco


Es ist der erste Roman von Giocacchino Criaco, geboren in Africo, einem kleinen Dorf im kalabrischen Gebirge Aspromonte. Lange hat die deutschsprachige Ausgabe auf sich warten lassen. Acht Jahre nach der Veröffentlichung der Originalausgabe (2008) und zwei Jahre nach Erscheinen des gleichnamigen Films (2014), gibt es nun endlich eine deutsche Ausgabe von Anime nere, sie trägt den Titel „Schwarze Seelen“.