Berlin, 21. März: Wir gedenken der unschuldigen Opfer der Mafia


Als wir den Film „Fortapasc“ für unsere diesjährige Gedenkveranstaltung für die unschuldigen Opfer der Mafia auswählten, konnten wir noch nicht ahnen, dass das Thema traurige Aktualität bekommen würde. Fortapasc erzählt die Geschichte von Giancarlo Siani, einem jungen Mann, der in Neapel über die Camorra berichtet. Siani untersuchte insbesondere die Verwicklungen zwischen Politik und Organisierter Kriminalität in Bezug auf den Wiederaufbau einer durch ein Erdbeben zerstörten Region. Er war ein unbequemer Journalist, auch lebensfroh und gewitzt. Seine Recherchen gefährdeten massiv die wirtschaftlichen Interessen der involvierten Clans. Am 23. September 1985 rief er einen Bekannten an, der eine Beobachtungsstelle für Organisierte Kriminalität leitete und teilte ihm mit, er habe ihm etwas zu sagen, was er besser nicht am Telefon weitergebe. Wenige Stunden später am selben Tag wurde Siani ermordet. Er wurde nur 26 Jahre alt. Sowohl seine Mörder wie auch die Auftraggeber des Mordes wurden später verurteilt.

Nun finden wir uns wieder in der traurigen Situation, den Mord an einem jungen Journalisten beklagen zu müssen, Jan Kuciak, und seiner Partnerin. Nicht vergessen haben wir auch Daphne Caruana
Galizia, die in Malta durch eine Autobombe starb. Beide recherchierten ebenfalls zu Verwicklungen zwischen Staat und Mafia.

Im Anschluss an den Film wollen wir über Journalismus und Mafia sprechen.