mafianeindanke als Partner bei Seminar an der Universität München mit Nando dalla Chiesa


Anlässlich seines Aufenthaltes in Deutschland für ein von mafianeindanke e.V. organisiertes Seminar an der Humboldt Universität war Prof. Nando dalla Chiesa am  26. Januar auch in München, wo er einen Vortrag über die Darstellung der Mafia im Kino gehalten hat. Dalla Chiesa ging in seinem Vortrag auf prominente Filme wie „Der Pate“ ein, aber auch auf in Deutschland weniger bekannte Werke wie etwa „Die Mafia mordet nur im Sommer“.

Professor Dalla Chiesa war Gast der Georg-von-Vollmar-Akademie und der Ludwig-Maximilians-Universität, und die Münchner freuten sich über den prominenten Besuch: Mehr als hundert Zuhörer kamen zu der Veranstaltung, hörten sehr aufmerksam zu und beteiligten sich mit Debattenbeiträgen. Darunter waren Studierende der italienischen Sprache, Italiener, die nach Bayern umgezogen sind, und deutsche Italienliebhaber.

Durch das Zeigen von Szenen aus „Der Pate“, „Der Tag der Eule“ und „Die Mafia mordet nur im Sommer“ hat Dalla Chiesa die Entwicklung in der Darstellung der Mafia im Kino seit den 1960er Jahren bis heute erklärt. Auffallend ist, dass die echt guten Darstellungen sehr selten sind (wie in „Der Pate“) und dass sich in den letzten zehn Jahren eine neue Tendenz von Filme sich entwickelt hat, die dalla Chiesa als „Ballade“ bezeichnet. Es geht um Filme, die die Geschichte von „Antimafia-HeldInnen“ erzählen (der bekannteste ist „100 Schritte“ von Marco Tullio Giordana über Peppino Impastato).

Diese neue Typologie hat häufig, im Besonderen unter der jüngeren Generationen, das Bewusstsein für dieses Phänomen geweckt und hat wohl erfreulicherweise auch das Wachsen der Antimafia-Bewegung in Italien und die Verbreitung ihres Gedankenguts gefördert.

Beeindruckend war, wie stark das Bedürfnis der Mafia ist, im Verborgenen zu bleiben und wie sehr sie daher nicht ihre Darstellung in Filmen ablehnt. Wenn aber diese Darstellungen sehr bekannt und erfolgreich werden (wie im Fall von „Der Pate“), nutzt die Mafia die Symbole und Musik dieser Filme wiederum als Identifikationsmittel für sich selbst.

Nimmt man die Perspektive  des „normalen Zuschauers“ ein, ist beachtlich, dass sehr gute Filme Identifikation mit den Protagonisten erzeugen und Verständnis für sie wecken, unabhängig davon, ob die Hauptcharaktere (wie eben Don Corleone in „Der Pate“)  moralisch verwerflich agieren oder nicht. Um es mit den Worten von Nando Dalla Chiesa zu sagen: „Schönes wirkt anziehend, auch wenn es über Böses redet, und macht dadurch Böses schön“.

photo: Vollmar Akademie