Es ist ein schillernder Fall: Ein schwerreicher Gastwirt mit mehreren edlen Restaurants verschwindet vom einen Tag auf den anderen. Die Familie wartet einige Tage ab, erst dann meldet sie den Mann als vermisst. In der Presse wird reichlich über den Fall berichtet, zugleich recherchieren Journalistinnen und Journalisten zu den Geschäften des Gastwirts. Er habe wohl vorgehabt, ins Diamantengeschäft einzusteigen, eine Reise nach Afrika diente wohl diesem Zweck (und nicht nur dem, eine Schule zu besuchen, die der Gastwirt wohltätig unterstützen wollte). Über Santo Sabatino, 55 Jahre alt, wird in der Folge immer mehr bekannt: Er habe exzessiv Drogen konsumiert, seine Familienverhältnisse werden dargestellt, selbst Reisen werden recherchiert und mit wem er sie unternahm und wohin. Dass er vorhatte eine Banklizenz in einem afrikanischen Staat zu kaufen. Dass er Sizilianern Geld gab. Er soll Kontakt zu Mafiosi unterhalten haben. „Wurde Sabatino von der Mafia beseitigt?“, fragt der Express – was angesichts der Zurückhaltung deutscher Medien, selbst hochgradig mafiaverdächtige Personen nicht mit der Mafia in Verbindung zu bringen, durchaus überraschend ist. Jedenfalls werden die Ermittlungen nicht als ein Vermisstenfall geführt, sondern von der Mordkommission. Ein weiteres Indiz dafür, dass ein Mafia-Hintergrund nicht unwahrscheinlich ist. Die Polizei dementiert die Verbindungen zur Mafia nicht, bestätigt sie aber auch nicht.
Über entscheidende Hinweise nach der Sendung ist noch nichts bekannt geworden. Hier geht es zur Sendung in der ZDF-Mediathek.
Auszug aus “Germafia”: Wie entstehen Kleine Anfragen zur Mafia?
Mafianeindanke hat seit seiner Entstehung an einer Vielzahl an kleinen Anfragen in Bundestag und Landtagen mitgearbeitet, um Informationen zu Mafia-Aktivitäten in Deutschland sichtbar zu machen und mehr über den Kenntnisstand der Regierung zu erfahren. Im Kapitel "Kleine Anfragen, große Wirkung" aus dem Spiegel-Bestseller "Germafia" erklärt mafianeindanke-Vorsitzender Sandro Mattioli, wie das funktioniert.
BMWE: Aus dem Wirecard-Skandal nichts gelernt
Der Abschlussbericht des Wirecard-Untersuchungsausschusses hat sich für eine personelle und qualitative Stärkung der Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) ausgesprochen. Das BMWE macht nun das Gegenteil. Das schadet der Verhinderung von Finanz- und Wirtschaftskriminalität.
Die Soziale Wiederverwendung eingezogener Vermögenswerte
Die Soziale Wiederverwendung eingezogener Vermögenswerte muss Teil der Reform der Vermögensabschöpfung sein. Die Vermögen, insb. Immobilien, sollen nicht nur von der Staatskasse der Länder einverleibt und an die Meistbietenden versteigert, sondern auch an Kommunen und Nichtregierungsorganisationen für soziale Zwecke übergeben werden können, wie dies in sieben Ländern der EU bereits der Fall ist.
Eklatante Defizite bei der geldwäscherechtlichen Aufsicht über Notarinnen und Notare erleichtern Geldwäsche im Immobiliensektor
Mafianeindanke fordert von den Bundesländern und den zuständigen Landgerichten die Schließung der Umsetzungslücken bei Aufsichtsdichte und Aufsichtsqualität sowie eine vollständige Umsetzung der EU-Geldwäscherichtlinie in diesem Aufsichtssektor.
Pilotprojekt “Mapping the Mafia”
Ein innovatives Datenprojekt von mafianeindanke zeigt, wie man valide Daten zu Mafia-Aktivitäten gewinnt: Mit "Mapping the Mafia" nutzt mafianeindanke Open Source Intelligence (OSINT), um wertvolle Einblicke in kriminelle Strukturen in Deutschland zu gewinnen. Das Potenzial des Projekts ist groß.


