Premiere von “Wahrheit wird kalt serviert” am 27. November

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Im neuen Stück des Theaterkollektivs ISO 3591 geht es um die italienische Mafia in Deutschland. Mafianeindanke hat die Entstehung von „Wahrheit wird kalt serviert“ von Anfang an begleitet. Am 27. November 2026 ist Premiere in Berlin, es gibt vier weitere Vorstellungen.

Pressemitteilung. Berlin, 15.10.2026. „Il Padrino”, „Don Vito” oder irgendein anderer „Don” sind beliebte Restaurantnamen. Wer sich einmal mit organisierter Kriminalität beschäftigt hat, sieht diese Namen plötzlich überall. Die Mafia gilt in der Popkultur als charmant oder stilvoll. Die Realität besteht aus Ausbeutung, Einschüchterung und Gewalt.

Genau an hier setzt das Stück „Wahrheit wird kalt serviert” vom Kollektiv ISO 3591 an. Am 27. November feiert es im Theater unterm Dach in Berlin Premiere. Die Veranstaltung ist fast ausverkauft, weitere Vorstellungen gibt es am 28. und 29. November sowie am 5. und 6. Dezember, jeweils um 20:00 Uhr.

Eine Kochshow, die nicht aufgeht

Auf der Bühne wird tatsächlich gekocht. Ansonsten läuft die Kochshow aber nicht so, wie man es von einer Kochshow animmt: Das Publikum erwartet ein Episodenstück, in dem verschiedene Geschichten und Perspektiven aufeinandertreffen und die vielfältigen Wirkungsbereiche der Mafia sichtbar werden.
“Die Idee ist zuerst aus dem Gedanken entstanden, wie man zeigen kann, dass die Mafia sich globalisiert und internationalisiert hat. Essen, Restaurants und Lebensmittel sind Bereiche, die von der Globalisierung extrem geprägt sind. Gleichzeitig ist auch die Mafia international vernetzt und bewegt sich in globalen Wirtschaftsstrukturen“, so das Theaterkollektiv. In Deutschland zeigt sich ihr Einfluss in der Gastronomie außerdem durch Schutzgelderpressung, Einschüchterung und im Handel mit Lebensmitteln durch Einflussnahme.

Das Kollektiv verbindet dokumentarisches Material mit fiktionalisierten Biographien. So treffen Familienleben und gemeinsame Mahlzeiten auf Stimmen aus Gerichtssälen und Ermittlungsakten. Erinnerungen an Gewalt stehen neben undurchsichtigen Situationen aus dem Gastronomiebetrieb. Im Zentrum steht das Schweigen, das mafiöse Strukturen stabilisiert, und die Notwendigkeit, es zu brechen. Mafiöse Organisierte Kriminalität, so das Theaterkollektiv ISO 3591, “bildet gesellschaftliche Strukturen nach, organisiert sich hierarchisch, beutet Menschen aus und stellt gleichzeitig das staatliche Gewaltmonopol infrage. Dabei funktioniert sie in vielen Hinsichten nach ähnlichen wirtschaftlichen Logiken wie legale Unternehmen, allerdings mit illegalen Geschäften und enormen Gewalt.“

Der Blick geht auch auf Deutschland

Das Stück fragt nicht nur, wie die Mafia funktioniert, sondern auch, warum sie sich in Deutschland so gut etablieren konnte. Wo wurde weggeschaut, wo fehlten Kontrollen, welche wirtschaftlichen Interessen spielten eine Rolle? Das Kollektiv erinnert sich: „Eine Sache, die uns überrascht hat, war, dass es in Deutschland tatsächlich bis 2023 möglich war, Immobilien mit Bargeld zu bezahlen. Erst seitdem ist das bei Immobilienkaufen gesetzlich verboten. Das ist ein konkretes Beispiel dafür, wie lange bestimmte Möglichkeiten in Deutschland zur Geldwäsche bestehen können.“ Das Stück richtet seinen Blick deshalb ebenso auf Staat und Gesellschaft wie auf die Mafia selbst.

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Lesung “Schweigen ist Gift” des Theaterkollektivs ISO 3591 in Kooperation mit mafianeindanke e.V. im November 2025 in Berlin (Foto: mafianeindanke e.V.)

Ort:
Theater unterm Dach,
Schönfließer Straße 7,
10439 Berlin


Termine:
Premiere: 27. November 2026, 20:00 (fast ausverkauft)
28.11.2026 20:00
29.11.2026 20:00
05.12.2026 20:00
06.12.2026 20:00

Informationen für die Presse:

Wenn Sie über das Theaterstück berichten möchten, können Journalist:innen ein kostenfreies Ticket unter presse [at] mafianeindanke.de beantragen. Bitte geben Sie Ihren Wunschtermin an.

Über mafianeindanke e.V.:  
mafianeindanke e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 2007 gegen die Ausbreitung der Organisierten Kriminalität in Wirtschaft und Gesellschaft engagiert und sich damit für eine offene, demokratische Gesellschaft mit fairen Chancen für alle einsetzt. Wir sensibilisieren für die Gefahren durch italienische Mafia-Gruppen in Deutschland, z.B. in über 200 Veranstaltungen auch mit Ministerbeteiligung, wirken romantisierenden Mafia-Klischees entgegen, bieten Betroffenen, Gesetzgeber:innen und Journalist:innen Beratung an, erinnern an Opfer und setzen uns für eine Verbesserung sowie europaweite Harmonisierung der Gesetze ein, z.B. im Bereich Geldwäsche und Finanzkriminalität.

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