Interpol und UNODC wollen Zusammenarbeit stärken


Am 23. Mai 2016 wurde in Wien ein Abkommen zwischen Interpol und UNODC, United Nations Office on Drugs and Crime, das helfen soll, das transnationale Organisierte Verbrechen und Terrorismus zu bekämpfen. Bevor konkrete Schritte erfolgen, muss im November dieses Jahres die Interpol Generalversammlung dem Abkommen zustimmen. Sein Hauptziel ist es, einen Aktionsplan für sechs Bereiche aufzustellen: Terrorismus, illegaler Handel und Organisierte Kriminalität, Cybercrime, Meer- und Grenzsicherheit, Forensik und Strafjustiz sowie die Verbesserung der Leistung der bestehenden Institutionen.

Interpol und UNODC arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Ein Beispiel dafür ist die Operation Folsa aus dem Jahr 2015, bei der fast 170 Kilogramm Drogen aus Lateinamerika beschlagnahmt wurden, die nach Europa gehen sollten, Drogen mit einem Marktwert von 10 Millionen Euro. Mit dem Abkommen soll die Zusammenarbeit ausgebaut und effektiver werden.

Wie die armenische Mafia in Thüringen ihr Unwesen treibt


Dass Deutschland die Probleme mit der organisierten Kriminalität nicht in den Griff bekommt, wird immer wieder deutlich. Die neueste, besorgniserregende Episode hat sich in Thüringen zugetragen. Dort haben armenische Mafiagruppen sogar die Polizei ausspioniert. Die Clans überwachten nicht nur den Parkplatz des Landeskriminalamtes, sondern auch die Eingänge der abgeschirmten Behörde.

Forschungsprojekt untersucht erstmals Korruption bei kleinen und mittleren Privatunternehmen


Bis Ende 2017 wird Mafia? Nein, Danke! e.V. Partner des EU-Projektes „The Private Corruption Barometer (PCB) – Drafting and piloting a model for a comparative business victimization survey on political corruption in the EU“ sein.  Zusammen mit dem Forscherteam von eCrime der Universität Trento, Italien, dem Zentrum für Demokratieforschung in Sofia, Bulgarien und der Universität Juan Carlos in Madrid, Spanien werden wir zur Entwicklung eines Indikators beitragen, der die Wahrnehmung von Korruption in kleinen Unternehmen erfassen soll.

Professor Storti über seine Recherchen zur Mafia-Grauzone


mafianeindanke hat am 9. Mai Luca Storti, Professor für Soziologie der Wirtschaft und Arbeit am Institut für Kulturen, Politik und Gesellschaft der Universität von Turin, zu einem Gespräch eingeladen. Storti befindet sich derzeit auf einem Forschungsaufenthalt in Berlin, um über die Organisierte Kriminalität zu recherchieren. 

In seinen Ausführungen legte Storti Elemente seiner wissenschaftlichen Analyse dar, die der Untersuchung der Ausdehnung Organisierter Kriminalität in heimatfernen Territorien dienen: Grundsätzlich sind Gruppen der Organisierten Kriminalität gewillt, ihren Einflussbereich immer weiter auszudehnen. Angeführt von der Suche nach Macht und Profit, sind die Organisationen vor allem dort zu verorten, wo sie auf weniger kriminelle Konkurrenz stoßen, in einer schlafenden und Wandel gegenüber reaktionsträgen Gesellschaft. 

Der Soziologe Nando Dalla Chiesa kommt wieder nach Deutschland


Prof. Nando Dalla Chiesa ist ein Soziologe, der seit Jahrzehnten zur italienischen Mafia forscht. Sein Vater Carlo Alberto Dalla Chiesa war ein General, der zunächst erfolgreich den linksextremistischen Terror bekämpfte, dann nach Sizilien transferiert wurde, um gegen die Cosa Nostra zu ermitteln. Bei einem von der Mafia verübten Attentat kam er ums Leben. Sein Sohn Nando Dalla Chiesa hat sich international einen Namen als OK-Experten gemacht. Er war Staatssekretär im Forschungsministerium, Abgeordneter im italienischen Parlament, wirkt als Buchautor, vor allem aber lehrt er an der Universität von Mailand Soziologie der Organisierten Kriminalität und hat dort das Osservatorio sulla criminalità organizzata, eine Mafia-Beobachtungsstelle, aufgebaut. 

Die Europäische Direktive über die Beschlagnahme und Einziehung: Kann sie im Kampf gegen organisierte Kriminalität helfen?


Die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität stellt einen komplexen Prozess dar, der nicht nur die polizeiliche Verfolgung und Zerschlagung krimineller Vereinigungen beinhaltet, sondern auch sicherstellen muss, dass Gewinne aus kriminellen Handlungen dieser Organisationen beschlagnahmt werden. Der Genetzgeber muss dafür sorgen, dass es Kriminellen nicht möglich ist, über ihre illegalen Gewinne frei zu verfügen. Nichtsdestotrotz ist „Unschuldig bis zum Beweis der Schuld“ eines der Grundprinzipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens, was nur in einigen europäischen Staaten und dort nur in einigen Fällen aufgehoben wurde (in Strafverfahren in denen die Beweislastumkehr gilt) und die Europäische Union hat ihre Mitglieder darüber hinaus auf eine gemeinsame Linie verpflichtet. Arbeiten an einer Direktive begannen 2012 und die Schlussfassung wurde 2014 vorgestellt (“Richtlinie 2014/42/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. April 2014 über die Sicherstellung und Einziehung von Tatwerkzeugen und Erträgen aus Straftaten in der Europäischen Union”). Dieses Dokument ergänzt das Vorgehen der Europäischen Union gegen die Organisierte Kriminalität in den nächsten Jahren.

Häftlinge werden zu Schauspielerinnen


Es ist kurz vor acht am vierten März.  Auf den nur spärlich beleuchteten Gängen der Mailänder Universität huschen einige Gestalten in Richtung Audimax. Sie sind die wenigen, die das Glück haben jetzt einem einzigartigen Event beiwohnen zu dürfen. Einige der Strafgefangenen des Frauengefängnisses von Vigevano werden heute Abend ein Stück aufführen. Ein Projekt, bei welchem jede von ihnen Momente ihrer Vergangenheit freilegt. Es handelt sich um Geschichten bei denen die Mafia eine klare Rolle spielt, zumal die Frauen alle aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit der organisierten Kriminalität verurteilt worden sind. Jede erzählt die Geschichte einer der anwesenden Genossinnen, das Publikum wird über die Identität der jeweils wahren Protagonistin im Dunkeln gelassen.

Panama Papers: auch die Mafia ist dabei


Panama: Am dritten April haben die Journalisten der Organisation Icji erneut die Scheinwerfer auf das gerichtet, was NGOs und Experten bereits seit langem anprangern: Die Existenz einer sozialen Schicht von Mächtigen auf der ganzen Welt, die ihr Vermögen vor Steuern schützen, welche sie selbst eingeführt haben. Die von den Panama Papers ausgelöste Empörungswelle ist jedoch enorm. Islands Premier Gunnlaugsson musste zurücktreten und die Verwicklung des britischen Premierminister Cameron könnte Auswirkungen auf den Brexit haben.