Wichtige Polizeiorganisationen kündigen verstärktes Vorgehen gegen Mafia an


Europol will sich stärker der Bekämpfung der ’ndrangheta widmen. Diese italienische Mafia-Organisation hat ihren Ursprung in Kalabrien und operiert heute weltweit in legalen und illegalen Aktivitäten. Bei einem Treffen im Dezember tauschten sich Experten aus elf EU-Mitgliedsstaaten und vier Nicht-EU-Mitgliedsstaaten in Reggio Calabria aus. Auch Vertreter von Eurojust und interpol waren vertreten, also der Einrichtungen, die die Kooperation der Justizbehörden in Europa koordinieren bzw. die Polizeiarbeit weltweit. Dies ist insofern wichtig, wie die ’ndrangheta-Clans über jede Landesgrenze hinweg agieren. Die ’ndrangheta sei die weltweit größte kriminelle Organisation, die auf vier Kontinenten in 32 Ländern aktiv ist, davon allein in 17 europäischen Staaten.  Europol schätzt den Umsatz, den allein die ’ndrangheta macht, auf 44 Milliarden Euro pro Jahr. 62 Prozent davon, also mehr als 27 Milliarden Euro, generieren die Clans mit dem Handel von Drogen, vor allem Kokain, das sie direkt bei den Produzenten in Südamerika einkaufen. Rob Wainwright, der Direktor von Europol, kündigte an, dass man künftig stärker gegen die italienische Mafia vorgehen werde, und zwar in gemeinsamen  internationalen Aktionen. Im Januar diesen Jahres präsentierte der Generalsekretäär von Interpol, der Deutsche Jürgen Stock, das Projekt I-CAN –  Interpol Coorporation Against ‘ndrangheta.

mafianeindanke begrüßt natürlich das verstärkte Vorgehen. Die Erfahrungen in Italien zeigen aber, dass die Bekämpfung von Organisierter Kriminalität nur gelingt, wenn man sie nicht als alleinige Aufgabe der Sicherheitskräfte betrachtet. Dies bedeutet, die Zivilgesellschaft ist in mannigfaltiger form einzubeziehen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser komplexen Form von Organisierter Kriminalität muss gefördert werden, zivilgesellschaftliche Organisationen müssen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil in der Auseinandersetzung sein. Mediale Berichterstattung ist von rechtlichen Fesseln zu befreien und zu unterstützen. Organisierte Kriminalität muss Thema in Schulen, bei Fortbildungen für Justizbedienstete sein, bei Schulungen für Polizei und Staatsanwaltschaften und und und…

Sandro Mattioli © mafianeindanke, 11. März 2020