Vorstellung „Tutti gli Uomini del Generale“


In der überaus gut besuchten Buchhandlung Mondolibro hat die italienische Schriftstellerin Fabiola Paterniti am Mittwoch, den 10. Februar ihr neues Buch „Tutti gli Uomini del Generale“ (alle Männer des Generals) vorgestellt. In Begleitung von dem Professor Nando dalla Chiesa, dem sehr viel an diesem Buch liegt, hat sie von ihren Beweggründen und der Einzigartigkeit des Buches erzählt.

Zum ersten Mal wird die Geschichte des Terrorismus in Italien von seinen Protagonisten erzählt, von denen, die in erster Reihe standen und ihr Leben in jenen Jahren dem Kampf gegen dieses Phänomen gewidmet haben. Es sind die Männer von dem General Carlo Alberto dalla Chiesa, die Männer des speziellen Antiterrorkerns. Normale Männer, denen es im Alter von 20 Jahren gelungen ist, das Netz des roten Terrors zu durchbrechen – ohne Mobiltelefone oder Wanzen – indem sie in Züge stiegen  und Verfolgungen organisierten, begleitet von ihren Frauen, um keinen Verdacht zu wecken. Sie erzählen, wie einmal deutsche Kollegen das Zentrum des Generalviertels besuchten und überrascht waren lediglich ein Zimmer, das noch nicht einmal besonders groß war,  voll von Heften vorzufinden. ‚Wo ist der Rest? Ihr könnt ja wohl kaum Terroristen mit diesen Mitteln bekämpfen?!’ Und doch haben der General und seine Männer genau dies vermocht, mit großer Hingabe und Verstand. Sie hatten begriffen, dass es zur Bekämpfung dieses Phänomens nicht allein ausreichte den ausführenden Arm zu trennen, sondern dass sie verstehen mussten wie jene dachten und handelten, um die Kraft zu untergraben, die in der anfänglichen Haltung der öffentlichen Meinung und Intelligenz des Nordens lag.

Wie kommt es, dass diese Personen bisher nie ihre eigene Version dieser Ereignisse geschildert haben? Nun der größte Teil von ihnen sind einfache und bescheidene Menschen, die nicht die Scheinwerfer und den Ruhm suchen (im Gegensatz zu Hochstaplern, die sich im Fernsehen für Mitarbeiter des Generals ausgaben, glücklicherweise aber dafür bestraft wurden). Darüber hinaus bleibt das Thema des Terrorismus weiterhin ein hoch sensibles in Italien, und das Netz der Teilhaberschaften, das sich rundherum gebildet hat, beunruhigt immer noch jene Protagonisten, die bis heute oftmals ungern über ihre eigene Geschichte sprechen.