Ist es möglich, in Spielotheken/Spielcasinos Geld zu waschen?


Spaziert man durch Berlin, ist es kaum möglich die vielen bunten Leuchtreklamen der häufig Tür an Tür gelegenen Spielotheken zu übersehen. Als Beispiel: In der Sonnenallee in Neukölln dominieren  Spielotheken das Straßenbild. Diese auf den ersten Blick wie billige Kopien von Casinos aus dem wilden Westen aussehenden Läden könnten in Wirklichkeit von der Organisierten Kriminalität genutzte Räume sein. Es wird vermutet, dass die Glücksspielautomaten manipuliert werden können, um Gelder ins legale Wirtschaftssystem zu leiten. Die Studie zeigt, dass sich die Anzahl von Glücksspielautomaten von 2006 bis 2012 vervierfachte und deren Umsatz um 40% stieg.

Geldwäsche in Spielhallen stellt eine bekannte Möglichkeit dar, um die Herkunft von Geld aus der kriminellen Unterwelt zu verschleiern. Die bekannteste Methode dabei ist es große Summen Chips  und Spielmarken mit schmutzigem Geld zu kaufen und diese anschließend wieder umzutauschen. Kriminelle versuchen so die wahre Herkunft ihres Geldes zu verschleiern.

Das Phänomen in vielen Straßen hervorsprießender Spielcasinos in Berlin wurde schon im Abgeordnetenhaus diskutiert. Im Jahr 2011 wurde das Buchholz-Gesetz verabschiedet (benannt nach dessen Initiator), das die Anzahl der Spielcasinos in Berlin verringern soll. Darin heißt es, dass mindestens 500m  zwischen zwei Casinos liegen müssen und keines näher als 200m von einer Schule entfernt sein darf. Diese Casinos dürfen dann erst ab 11 Uhr öffnen und nicht mehr als  acht Automaten aufstellen. Zuwiderhandlung werden mit Bußgeldern von 50 000€ bis 500 000€ bestraft. Wichtig ist, dass dieses Gesetz nicht nur neue Spielhallen betrifft, sondern auch solche, die schon vor dessen Verabschiedung bestanden. Das bedeutet, dass ab dem 31. Juli 2016(das Datum, an dem die zuletzt ausgestellten Genehmigungen von Casinos auslaufen) eine nicht geringe Anzal bereits bestehender Spielotheken schließen muss. Buchholz selber meint, dass das neue Gesetz die Anzahl der Spielhallen halbieren wird.

Es gibt einen Trend zu beobachten, was die Verfügbarkeit von Spielautomaten angeht: So waren Ende 2014 noch 4900 dieser Automaten in Berlin in Betrieb, während es am Ende letzten Jahres nur noch 4100 waren. Der Großteil davon befindet sich weiterhin in Mitte(1069), gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf(495) und Friedrichhain-Kreuzberg(455). Die Stadt hat 535 noch gültige Genehmigungen an Spielhallenbetreiber ausgestellt. Diese müssen nach dem 31. Juli wieder erneuert werden. Es wird geschätzt, dass jeden Tag 500 000€ in den Spielautomaten in Berlin verschwinden.