Die ‘ndrangheta in Bayern


Die Operation „Pollino“ am vergangenen 5. Dezember führte zu 84 Verhaftungen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Luxemburg und Italien. In Deutschland wurden die Einsätze vor allem in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern vorgenommen. Diese führten jedoch zu keinen Verhaftungen. Die Razzien wurden in der Pizzeria Calabrone in den Riem-Arcaden, in zwei Wohnungen in Riem und Daglfing und drei weiteren Gebäuden in Bayern durchgeführt.

In Bayern werden jährlich durchschnittlich rund 80 Ermittlungen zur organisierten Kriminalität durchgeführt. Die Anzahl der ‘ndrangheta-Mitgliederwird auf eine ähnliche Zahl geschätzt, auch wenn diese Zahl zunimmt. Der bayrische Innenminister stellte vor einem Jahr fest, dass die ‘ndrangheta in diesem Gebiet enge Verbindungen zur apulischen Mafia, der Sacra Corona Unita, pflegt. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Allein in der Zeit zwischen 2008 und 2011 beschlagnahmte die bayrische Polizei rund 320.000€ Vermögenswerte.
Die Mafia ist bereits seit den 70er Jahren in Bayern tätig, nicht nur in München und Oberbayern, sondern auch in den Gebieten um Augsburg, Kempten, Allgäu und Nürnberg.

Bereits im Dezember 2017 hatte die Abgeordnete Katharina Schulze von den Grünen das Problem dem Landtag vorgelegt. Im Laufe des Jahres 2018 wurden hauptsächlich zwei Verhaftungen vorgenommen: Im Rahmen der Operation „Stige“ wurde am 09. Januar Alessandro G. verhaftet und am 13. Februar Vincenzo M., ein Mitglied des Gallico-Clans. Er war seit Oktober 2017 wegen versuchter Erpressung gesucht worden. Diese letzte Operation der bayrischen Polizei wurde mit der Beteiligung der Carabinieri der kalabrischen Stadt Palmi durchgeführt, welche die Bewegungen der Familie des Gesuchten überwachten.

Ein weiteres Mitglied des Gallico-Clans, Emanuele C., wurde von den Carabinieri von Reggio Calabria mit Hilfe der deutschen Polizei in Saarbrücken verhaftet.

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