Die Ausdehnung der russischen Mafia in Deutschland


Wie diesen Monat berichtet wurde, vergrößert die russische Mafia ihre Macht in Deutschland. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt, dass bis zu 40.000 in Deutschland lebender Personen mit kriminellen Organisationen aus Russland in Verbindung gebracht werden können. Man muss aber bedenken, dass die Statistik nur gemeldete Straftaten mit einbezieht, die Dunkelziffer wird also wahrscheinlich höher liegen.
 
Diese kriminellen Gruppen sind in den gewöhnlichen Mafia-Geschäften aktiv: Drogen- und Menschenhandel, Steuerhinterziehung, Schutzgeld, Prostitution, Autodiebstahl und Dokumentenfälschung. „Aber was  wirklich überrascht“, so der BKA-Chef Holger Münch, „ist, dass diese ex-sowjetischen Mafiagruppen sich in weniger populären und weniger verworrenen kriminellen Geschäften wie Raub und Ladendiebstahl versuchen.
 
Es scheint überraschend aber 5.000 der Häftlinge in Deutschland, ein Anteil von 8-10% aller Insassen, sind entweder russisch-sprachig (nicht nur Russen, sondern auch Abschasier, Georgier und Turkmenen) oder Immigranten aus Russland. Das versorgt die russisch-sprachig organisierten Gruppen mit einer großen Menge an potentiellen Mitgliedern. Als Reaktion auf das beobachtete Phänomen haben das BKA und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihre Kooperation verstärkt.