Clan Marrazzo empfindlich geschwächt


In Italien sind bei einem Schlag gegen den ’ndrangheta-Clan Marrazzo 36 Personen festgenommen worden. Der Clan Marrazzo hat seinen Sitz in Belvedere Spinello bei Crotone, im Süden von Kalabrien, ist aber in ganz Italien und anderen Ländern Europas aktiv. Daher erfolgten die Festnahmen auch in ganz Italien. Über 150 Beamtinnen und Beamte der Sicherheitskräfte waren daran beteiligt. Den Festgenommenen wird neben der Mitgliedschaft in der Mafia Drogenhandel, Mord, Erpressung, illegaler Waffenbesitz und die Unterstützung flüchtiger Verbrecher vorgeworfen.

Interessant an der Anklage ist, dass Mitglieder der Clans auch internationale Großunternehmen erpresst hatten und von ihnen einen Anteil von fünf Prozent ihrer Ausgaben für Baumaßnahmen einstrichen, darunter das US-amerikanische Ölunternehmen Halliburton sowie den Dienstleister Baker Hughes.

Die Familie Marrazzo war (zumindest in der Vergangenheit) auch in Deutschland aktiv.  Sie kooperierte früher mit dem Clan Vrenna und geriet so in Ermittlungen des LKA in Düsseldorf. Beispielsweise bekam ein Mitglied der Familie Marrazzo in Düsseldorf größere Geldbeträge aus Italien per Post zugesandt, der Vorwurf der Geldwäsche stand damit im Raum. Ferner soll das Clanmitglied einen Raubüberfall auf einen Geldboten geplant haben, der dann auch stattfand, ebenfalls in Düsseldorf.

Antonio Pelle, Boss des gleichnamigen Clans, festgenommen


Antonio Pelle wurde am 5. Oktober in seinem Haus in Benestare festgenommen, in der Provinz von Reggio Calabria. Pelle hatte sich in seinem Haus ein versteck bauen lassen, dessen Zugang hinter einem Schrank verborgen war. Dieses versteck bestand aus zwei Zimmern, er hatte darin nach Polizeiberichten sogar eine kleine Plantage mit Marihuana-Pflanzen untergebracht. Pelle stand in Italien auf der Liste der hundert gefährlichsten flüchtigen Gangster. Er wurde zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, wegen mehrerer Straftaten: Zugehörigkeit zur Mafia, Waffen- und Drogenhandel. Pelle war 2008 bereits verhaftet worden. Er täuschte aber mit dem massiven Einsatz von Schlankheitspillen eine Magersucht vor, wurde 2011 ins Krankenhaus verlegt und konnte daraus fliehen. Seitdem suchte ihn die Polizei.

Antonio Pelle gilt als aktueller Boss des Clans Pelle-Votari, die seit Jahrzehnten Gegner des Clans Nirta-Strangio sind, eine Auseinandersetzung, die traurigerweise in der Fehde von San Luca gipfelte, dem Heimatort der beiden Clans. Die ersten Auseinandersetzungen liegen weit zurück, im Jahr 1991, und erfolgten aus nichtigen Gründen. In den darauf folgenden Jahren wuchs die Gewalt zwischen den beiden Gruppen, bis zum „Weihnachtsmassaker“ im Jahr 2006, bei dem Maria Strangio ermordet wurde. Dieser Mord ließ die Fehde weiter eskalieren bis zum Sechsfachmord von Duisburg im Jahr 2007, bei dem sechs Männer erschossen wurden, die größtenteils dem Clan der Pelle-Vottari zugerechnet werden.

Mit dieser Verhaftung wurde eine Serie von Erfolgen der Sicherheitskräfte komplettiert, die die meisten Protagonisten der Fehde von San Luca hinter Gitter gebracht haben. Im vergangenen Jahr wurde in Holland der flüchtige Francesco Nirta verhaftet, man hält ihn für den operativen Boss der Nirta-Strangio.

Zwei (gestohlene) Gemälde von Van Gogh im Haus eines Camorrista gefunden


Zwei lange vermisste Gemälde von Vincent van Gogh, beide etwa 40 x 30 Zentimeter groß, hat die italienische Polizei jetzt im abgelegenen Haus eines Camorrista in der Nähe von Castellamare di Stabia (bei Neapel) gefunden. Die Bilder waren eingewickelt in Baumwollaken. Das Haus gehört einem derzeit flüchtigen Drogenhändler des Amato-Pagano-Clans.  Der Schatz im Wert von 100 Millionen Euro war dort seit Jahren versteckt. „Der Strand von Scheveningen bei stürmischem Wetter“ und „Die Kirche von Nuenen mit Kirchengänger“, zwei der wertvollsten Werke aus der Jugend Vincent van Goghs, waren 2002 aus dem Van Gogh Museum in Amsterdam gestohlen worden und seitdem verschollen. Wiedergefunden wurden sie von den Beamten der Steuerfahndung des Finanzamtes von Neapel, die Ermittlungen über den internationalen Kokainhandel durchführten. Der Clan Amato-Pagano, gegen den sich die Ermittlungen richteten, ist international aktiv. Unter anderem unterhält er Ladenlokale in den Arabischen Emiraten und ist im Immobilienbusiness tätig.

Es ist gefährlich, über die Mafia in Deutschland zu berichten – dank deutscher Gesetze


Die ’ndrangheta weiß bestens, die für sie günstige Gesetzeslage in Deutschland auszunutzen – dies gilt nicht nur, wenn es darum geht, Drogengelder und anderes Kapital aus kriminellen Geschäften in Deutschland in die legale Wirtschaft zu verschieben. Dies gilt leider auch, wenn es darum geht, die Berichterstattung durch seriöse Journalisten über Mafia-Mitglieder und ihre Unterstützer zu verhindern. Und leider sind die Mafia-Gruppen auch darin sehr erfolgreich. Diese Erfahrung mussten nun auch die Verfasser eines Beitrages des MDR machen, der über eine ’ndrangheta-Zelle in Erfurt und ihre transnationalen Geschäfte berichtet hatte. Vor dem Dresdener Oberlandesgericht erging nun ein Urteil, das den MDR verpflichtet, den gesendeten Beitrag in dieser Form nicht weiterzuverbreiten.

In Erfurt, so viel wird wohl kaum jemand bestreiten, gibt es einen Ableger der ’ndrangheta. Dies belegen italienische Akten, dies ist auch die Erkenntnis der Mafiaspezialisten des Bundeskriminalamtes. Das Problem ist in Deutschland nur, darüber zu sprechen. Sofern man allgemein bleibt, wie in diesem Text bisher, ist das Risiko gering. Wollen Journalisten dagegen auf Verwicklungen einzelner oder mehrerer Personen hinweisen, laufen sie schnell Gefahr, von den entsprechenden Personen vor Gericht gezerrt zu werden. Warum ist das so?

Ein Grundsatz im deutschen Pressewesen ist, der Person, die man – auf der Grundlage von Fakten, nicht Gerüchten – etwas beschuldigt, die Möglichkeit zu geben, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. „Konfrontieren“, nennt man diesen Vorgang im Journalistenjargon. Im Bereich der Mafia-Berichterstattung ist dies naturgemäß ein wenig angenehmer Vorgang, bedenkt man, dass die Mafia in Italien viele Journalisten ermordet hat und Bedrohungen von Journalisten auch gegen deutsche Journalisten ausgesprochen werden. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele in Deutschland. Dennoch haben die Verfasser des Beitrags vom MDR diesen Schritt getan. Nichtsdestotrotz wurden sie angeklagt. Doch betrachten wir die Erfurter Zelle einmal aus einer historischen Perspektive.

Das BKA ermittelt seit vielen Jahren zu den Umtrieben der ’ndrangheta. In einem Bericht aus dem Jahr 2008 etwa heißt es:

B

 

Nach dem Sechsfach-Mord in Duisburg im August 2007 intensivierte die deutsche Polizei ihr Vorgehen gegen die ’ndrangheta. wholesale nhl jerseys Dabei stieß sie auf auch Personen, die jetzt der Erfurter ’ndrangheta-Zelle zugerechnet werden. Wie kamen sie zu diesen Personen?

Die Polizei ermittelte damals zu den Schlüsselpersonen der am Sechsfach-Mord von Duisburg beteiligten Clans. Dabei handelte es sich um eine Auseinandersetzung zwischen dem Clan Romeo-Pelle-Votari auf der einen Seite und dem Clan Nirta-Strangio. Beide Clans kommen aus San Luca, einem Ort in Kalabrien, der vor allem dafür bekannt ist, dass der überwiegende Teil seiner Einwohner der ’ndrangheta zugehörig ist. In den Neunzigern bekriegten sich diese beiden Fraktionen, und im Jahr 2006 brach dieser Krieg erneut aus. Der Sechsfach-Mord von Duisburg war Teil dieses Kriegs. Bei diesem Mord störte ein Killerkommando aus San Luca die Initiationsfeier, also die Aufnahme eines jungen Mannes in die ’ndrangheta. Inzwischen sind die Täter festgenommen worden.

Der Besitzer des Lokals, in dem die für die ’ndrangheta quasi heilige Feier der Taufe stattgefunden hat, hat das Duisburger Lokal in der Folge abgegeben und ist nach Erfurt gezogen, wo er mehrere Restaurants eröffnet hat, darunter auch Lokale in bester Innenstadtlage. Italiener sehen in diesem Gastronomen ein Mafia-Mitglied. Italienische und deutsche Ermittler beobachten das Netzwerk, in das dieser Gastronom eingebunden ist, seit Langem. Sie haben keine Zweifel daran, dass der Mann Mafia-Bezüge hat. Der Gastronom hat in der Folge noch weitere Restaurants in Deutschland als Teilhaber miteröffnet. Außerdem hat die Polizei beobachtet, dass Lokale, die er nur als Pächter innehatte, von ihm aufwändig saniert worden sind, auf seine Kosten. Die Zelle rund um den Gastronomen betrieb laut Polizeiinformationen einige Pizzerien in Westdeutschland, die als Drogenumschlagplatz dienten.

In der Zwischenzeit interessierten sich italienische Sicherheitskräfte auch für die internationalen Investitionen der Erfurter Zelle. Italienische Ermittler beobachteten, dass über komplizierte Finanzaktionen Gelder aus Erfurt nach Italien flossen, mit ihnen wurden in Rom Lokale gekauft. Allein in zwei Jahren wurden 15 Millionen Euro transferiert. Auch in anderen europäischen Ländern wurde Kapital aus Erfurt aufgespürt, investiert in weitere Restaurants. Insgesamt gehen die Ermittler von Investments durch die Erfurter Zelle in Höhe von hundert Millionen Euro aus, in Deutschland wie in Europa. Dies zeigt, wie wichtig Ermittlungen und auch investigative Berichte sind, nicht nur, aber vor allem auch über die Erfurter Zelle. moncler outlet sale Und über einzelne Mitglieder, die der ’ndrangheta angehören sollen bzw. die Clans unterstützen.

Kurz zusammengefasst: Mafiabezüge sind bei den Mitgliedern der Erfurter Zelle sehr wahrscheinlich, zumal sie sich seit Jahrzehnten im Mafiaumfeld bewegen. Allerdings wurden sie in Deutschland nie gerichtsfest festgestellt. Und das hat einen simplen Grund: In Deutschland ist die Mitgliedschaft in der Mafia nicht verboten (so wie dies in allen europäischen Ländern mit Ausnahme Italiens nicht verboten ist). Dies hat zur Konsequenz, dass in Deutschland die Frage der Mitgliedschaft in Mafia-Clans keine Rolle spielt. Folglich gibt es in Deutschland, im rechtlichen Sinne, keine Mafia-Mitglieder, außer die Personen, die von einem italienischen Gericht wegen ihrer Zugehörigkeit zur Mafia verurteilt worden sind.

Zugleich können sich Personen, die öffentlich der Zugehörigkeit zur Mafia beschuldigt werden, sich wegen Diffamierung an die Gerichte wenden. Wer also über die Mafia berichtet, läuft also schnell Gefahr, angeklagt zu werden. Selbst eine Anklage wegen übler Nachrede, also dass man absichtlich etwas Falsches über jemanden behauptet, ist möglich.

De facto hat die Rechtslage in Deutschland also zur Folge, dass Mafia-Mitglieder in Deutschland nicht nur völlig ungestört ihren millionenschweren Geschäften nachgehen können, sondern auch die Recherchen von engagierten Journalisten nicht zu fürchten brauchen. Die Mafia hat das deutsche Gesetz, so muss man leider feststellen, auf ihrer Seite. Dies im Übrigen in mehrfacher Hinsicht, denn bisher hat die Polizei kein Mittel, um die Herkunft von Kapital ausreichend zu überprüfen.

Für Deutschlands Gesellschaft und Wirtschaft ist das auf lange Sicht ein hochgefährlicher Zustand. Denn er erlaubt, dass die immensen Gewinne aus kriminellen Geschäften der Mafia ungestört in die hiesige Ökonomie eingeführt werden können – sogar dann noch, wenn es sich bei den Investoren um ein Netzwerk handelt, das anderswo als kriminell gebrandmarkt ist.

Es gibt dafür im Grunde nur eine Lösung: Die Zugehörigkeit zur Mafia muss schnellstens unter Strafe gestellt werden. Nur so können Journalisten künftig den Mafiosi die legale Maske vom Gesicht reißen und eine weitere Infiltration der bundesdeutschen Gesellschaft und Wirtschaft durch die italienische Mafia bremsen. Dazu braucht es eine weit bessere Überwachung globaler Kapitalströme, sonst wird die Organisierte Kriminalität weiterhin Spielchen mit den Polizeien der jeweiligen Länder spielen.

Möge das Urteil gegen die drei MDR-Journalisten hoffentlich deutlich machen, dass die gegenwärtige Gesetzeslage investigativen Mafia-Journalismus nicht nur einschränkt, sondern faktisch unmöglich macht, hätte das Urteil doch noch etwas Gutes.

Operation „Two Seas“ – 11 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Wert von $ 3,3 Milliarden


Am Ende des letzten Monats, ist die Operation „Two Seas“, zu einem erfolgreichen Ende gekommen, als sie einen multikontinentalen Drogenhandel Ring aufdeckte. Die kolumbianische, italienische und US-Zusammenarbeit führte zur Beschlagnahmung von 11 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Wert von $ 3,3 Milliarden. Der Kokain Schmuggel von Kolumbien nach Europa wurde unter Leitung von Franco und Giuseppe Cosimo Monteleone – angeblich Mitglieder der kalabrischen Mafia ‘Ndrangehta – durchgeführt. Sie erhielten Hilfe von lokal organisierten Verbrecher Banden, der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) und den „bandas“ in Verbrecherkreisen bekannt als BACRIM. Jede der genannten Organisationen hielt auf operativer Ebene eine bestimmte Rolle inne und hatte seine eigene Funktion bei dem Schmuggelverfahren: die ehemalig gewährleistete Sicherheit für die Drogenlabore und Schmuggelrouten, die im letzteren Falle die Abfahrtsstellen am Meer kontrollierten, wo Drogen in Frachtladungen von tropischen Früchten versteckt waren.

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Es wird davon ausgegangen, dass die ‚Ndrangheta in 30 Ländern mit 60 000 Mitgliedern weltweit präsent ist und es wird geschätzt, dass die Gruppe ca. 80 % des Europäischen Kokain-Verkehr steuert. Die Anwesenheit von der ‚Ndrangheta in Südamerika ist keine Überraschung für die Polizei. Die kalabrischen Mafia ist in vielen Ländern Lateinamerikas (darunter, um einige zu nennen,. Kolumbien und Argentinien) anwesend, aufgrund der starken italienischen Minderheitengruppen in diesen Staaten.

„Die ‚Ndrangheta ist global geworden, [aber] die Instrumente zur Bekämpfung sind national geblieben,“ fasst Antonio Nicaso, Experte für die kalabrische Mafia zusammen. cheap michael kros outlet Auch wenn Italien, dank dem Gesetz von 1994, jede Art von Beziehungen zur Mafia bestrafen kann, mit der Mafia als internationales Phänomen, ist das nicht genug. Denn die italienischen Bestimmungen setzen die verschiedenen europäischen nationalen Gesetze nicht außer Kraft, so kann es sein, dass es einfach nicht möglich ist, ein verdächtiges organisiertes Gruppenmitglied in einem anderen Land als Italien zu verhaften. Es wurde geschätzt, dass  die ‚Ndrangheta im Jahr 2013 $60 Milliarden verdient hat. Zur Veranschaulichung dieser Summe: das ist mehr als der vereinte Umsatz von McDonalds und der Deutschen Bank. Das sind 3,5 Prozent des italienischen BIP. 2017 nfl jerseys for sale best sellers <

Ein Mafiamord scheint 23 Jahre nach der Tat vor der Aufklärung zu stehen


Vor 23 Jahren wurde in Hessen der Pizzabäcker Giuseppe Sabia getötet. Die mutmaßlichen Täter blieben bis heute unbehelligt. Am Montag, 13. Juni 2016, wurde nun ein 43 Jahre alter Mann festgenommen, dem dieser Mord zur Last gelegt wird. monster beats outlet Die Beweislage ist sehr gut: am Tatort des Mordes wurde Erbgut gefunden, das mit der DNA des nun Festgenommenen übereinstimmt. Verhaftet wurde der Mann in Spanien, dort soll er seit einigen Jahren leben.

Joaquin Guzmán Lorea: eine kriminelle Karriere


Wer ist Joaquin Guzmán Lorea alias El Chapo, auch bekannt als „The Godfather“ der Drogenwelt, Staatsfeind Nr. 1 oder Al Capone 2.0? Die Namensliste ist endlos. El Chapo, der bekannteste mexikanische Kartellchef, hat seine Augen und Ohren überall. Er hat Verbündete in Zentral- und Südamerika, Europa, Australien und China. Seinen Spitznamen, der übersetzt so viel wie „der Kurze“ heißt, gaben ihm seine Eltern bereits als Kind. Sie rechneten womöglich nicht damit, dass ihr Sohn eines Tages als einer der mächtigsten und gefürchtetsten Männer der Welt gelten und seinem Spitznamen eine ganz andere Bedeutung verleihen würde.

Aufgewachsen ist El Chapo Guzmán in Badiraguto, einer Kleinstadt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Sinaloa zählt zu einer der ärmsten Regionen des Landes und ist seit über zweihundert Jahren Zentrum der mexikanischen Drogenproduktion. Der Drogenkrieg in Mexiko gilt seit nunmehr zehn Jahren als innerstaatlicher Krieg. Mexiko ist nicht nur Transitland von Kokain aus Kolumbien, sondern auch selbst Hersteller von synthetischen Drogen und Marihuana. Neben den täglich stattfindenden Schießereien gehören Morde, Entführungen und Folterungen mit zum Tagesgeschäft der dort ansässigen Drogenkartelle. Seit 2006 sind in Mexiko über 17000 Menschen dem Drogenkrieg zum Opfer gefallen und fast 50 Journalisten umgebracht. So gilt Mexiko nach Afghanistan als das zweitgefährlichste Land für Journalisten. Eines der großen Übel ist die Korruption. Viele mexikanische Polizisten sind oft selbst kriminell verwickelt, sodass die Opfer meist auf sich allein gestellt sind.

Europäische Woche für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität in Brüssel


Die Europäische Kommission entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur im Kampf gegen die Mafia und die organisierte Kriminalität in Europa. Direktiven aus Brüssel setzen wichtige Akzente gegen Geldwäsche, und auch das europäische Parlament bringt die Sache voran. So hat der CRIM-Ausschuss mit einem umfangreichen Abschlussbericht den Finger in verschiedene Wunden gelegt, die in Europa in Bezug auf die organisierte Kriminalität aufklaffen. Unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments widmete sich im November die „Europäische Woche für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität“ dem Thema. Unsere Partnerorganisation Cultura Contro Camorra war unter den Organisatoren, Mafia? Nein, Danke! e.V. war mit mehreren Gästen vertreten. Hier nun ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltungen.

Schweiz: Thurgau-Zellen-Chefs verurteilt


Zwei Italiener mit Wohnsitz im Kanton Thurgau sind von einem Gericht in Reggio Calabria in Italien zu Haftstrafen von 12 und 14 Jahren Haft verurteilt worden. Sie waren in Frauenfeld Teil einer Zelle der kalabrischen Mafia-Organisation ‚Ndrangheta‘. Damit sind in einem jahrelangen Ermittlungsverfahren, das für Ärger zwischen schweizer und italienischen Behörden sorgte, die ersten Urteile gesprochen. Ob weitere hinzukommen, ist jedoch fraglich.