Wie organisiert man erfolgreich die Antimafia-Arbeit?


Zwanzig Jahre besteht Libera, die italienische Antimafia-Organisation inzwischen – da kann man durchaus mal etwas verändern. Deswegen hat die Gruppe ein Projekt organisiert, das Anfang Dezember seinen Abschluss mit einem zweitägigen Workshop in Neapel fand. “Innovazione Libera” also Innovation Libera, soll die Grundlage für die Weiterentwicklung von “Libera Associazioni, Nomi e Numeri contro le mafie” legen. Die Leitfrage dabei war, wie man in Zukunft erfolgreich die Antimafia-Arbeit organisieren kann.

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!


Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns und wir freuen uns auf die hoffentlich erholsamen Tage zwischen den Jahren. Ihnen wünschen wir ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest, dass alle Erkältungen und Grippewellen einen weiten Bogen um Sie machen und einen guten Rutsch in ein hoffentlich erfolgreiches und freudvolles 2016!

Blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, sehen wir viel Licht, aber leider auch viel Schatten. Es gab erfreulicherweise einige Festnahmen von Mafiamitgliedern in Deutschland, zugleich wurden die meisten von ihnen wieder freigelassen, weil ihre Taten verjährt waren. Auch in der Schweiz kam es zu Festnahmen, aber auch hier sind die Gesetze ungenügend, um der Mafia wirksam zu begegnen. Es gab den gemeinsamen Beschluss von CDU und SPD, die Geldwäsche endlich wirksamer zu bekämpfen, doch auf konkrete Schritte warten wir weiterhin. Banken geraten nach einer Vielzahl von Ermittlungen und Skandalen stärker unter Beobachtung, doch eine wirksame Kontrolle von Kapitalflüssen dubioser Herkunft ist noch in ganz weiter Ferne. In Italien gab es zwar spektakuläre Erfolge gegen verschiedene Clans und Beschlagnahmen in Milliardenhöhe. Dennoch bleibt es eine Herkulesaufgabe, die Mafia in die Knie zu zwingen; auch weil die Clans weiterhin Milliardenprofite aus dem Kokaingeschäft ziehen. Es bleibt also noch viel zu tun, auch für uns.

Wir haben uns für das kommende Jahr einiges vorgenommen. Wir werden uns als Partner in einem europaweiten Forschungsprojekt der Korruption in kleinen und mittleren Unternehmen widmen, einem Bereich, der in der öffentlichen Wahrnehmung bisher gar nicht vorkommt. Außerdem werden wir diesen Newsletter als Informationsquelle weiter ausbauen, um Sie auf dem Laufenden zu halten. Natürlich organisieren wir weiterhin Informationsveranstaltungen und kulturelle Events. Und wir wollen neue Finanzierungsquellen erschließen, um unsere Arbeit auf stabile Beine stellen zu können. Drücken Sie uns die Daumen!

Die Antimafia-Karawane machte Halt in Berlin


Die Carovana Internazionale Antimafie ist, so ihre Selbstbeschreibung, eine “große reisende Werkstatt, national und international, die das Territorium sozial animiert”. Am Abend des 15 Oktober kam diese Werkstatt nach Berlin, direkt aus Mulhouse, wo sie zuvor Halt gemacht hatte – etwas müde, aber zufrieden mit dem bisher Geleisteten.

Wie stark ist die Mafia in Bayern?


Bayern ist ein Bundesland, das sich gerne als Muster-Bundesland versteht: geordnete Verhältnisse, wirtschaftlich stark, traditionell und doch modern. Da passt es nicht unbedingt ins Bild, dass sich in Bayern schon seit Jahrzehnten die Mafia festgesetzt hat. Eine gut besuchte Podiumsdiskussion in München ging der Frage nach der Mafia in Bayern auf den Grund.

Die Mafia und Flüchtlinge


Oft kam in den vergangenen Wochen die Frage auf, inwiefern die Mafia an den Flüchtlingen verdient. Unzweifelhaft ist, dass die immensen Gelder, die an Schleuser bezahlt werden, in die Organisierte Kriminalität fließen. Eine Frage, die im Übrigen bisher fast völlig unbeachtet geblieben ist.

Fachtag der Gewerkschaft der Polizei zur Organisierten Kriminalität mit mafianeindanke e.V.


Zwei Tage lang, am 12. und am 13. Oktober, beschäftigte sich eine von der Gewerkschaft der Polizei und mafianeindanke organisierte Konferenz in Berlin mit dem Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Etwa 80 Expertinnen und Experten von Polizei und Justiz sprachen dabei nicht nur über das kriminelle Geschehen in Deutschland, sondern auch über länderübergreifende Strukturen und vorherrschende Vorgehensweisen. Weitere Punkte waren der strukturelle Aufbau der italienischen Mafia, Geldwäsche, Korruption und die Finanzierung terroristischer Gruppen, die direkt mir den Aktivitäten krimineller Gruppen verbunden sind.


Mutmaßliche Mafia-Brandstiftung in Hanau


Es ist schwierig in Deutschland Aussagen darüber zu treffen, was die Mafia-Clans hier eigentlich tun. Selbst teilweise aufwändige Ermittlungen ergeben nicht immer Hinweise auf konkrete Tätigkeiten – auch, weil die Mafiaorganisationen sehr gut darin sind, ihre Geschäfte abzuschirmen und zudem inzwischen kleinere Delikte mit höherem Entdeckungsrisiko weitgehend meiden. Allerdings nicht immer, wie die Brandstiftung an dem wunderschönen, oben noch intakt abgebildeten Lokal zeigt.

Schutzgeld-Rebellion in Palermo


Bagheria ist eine Kommune wenige Kilometer im Osten von Palermo und wie andere Stadtteile ein Hotspot der Cosa Nostra. In der vergangenen Woche hat es die Gemeinde weltweit in die Schlagzeilen gebracht: weil sich Geschäftsleute der Stadt erstmals gegen die Mafia wehren, gegen Schutzgeld nämlich.

Schweiz: Thurgau-Zellen-Chefs verurteilt


Zwei Italiener mit Wohnsitz im Kanton Thurgau sind von einem Gericht in Reggio Calabria in Italien zu Haftstrafen von 12 und 14 Jahren Haft verurteilt worden. Sie waren in Frauenfeld Teil einer Zelle der kalabrischen Mafia-Organisation ‚Ndrangheta‘. Damit sind in einem jahrelangen Ermittlungsverfahren, das für Ärger zwischen schweizer und italienischen Behörden sorgte, die ersten Urteile gesprochen. Ob weitere hinzukommen, ist jedoch fraglich.