„Bestechung wird jetzt ganz anders wahrgenommen“


Korruption rückte in den vergangenen Jahren verstärkt ins Rampenlicht und ist auch für die Forschung ein Thema. Ein großes Verbundprojekt mit dem Titel Risikomanagement der Korruption stellt wichtige Fragen zu dem komplexen Thema. Mehrere Universitäten sind daran beteiligt. Wir sprachen mit Dr. Stephan Thiel von der Arbeitsgruppe der Universität Halle.

Korruption hat Konjunktur


“Korruption hat Konjunktur” hieß es schon vor mehr als zehn Jahren. Heute gehen Schätzungen von einem volkswirtschaftlichen Schaden in Deutschland alleine von bis zu 250 Mrd. Euro aus. Aber nicht nur Deutschland werden große Nachteile aus korruptem Handeln bescheinigt. Veröffentlichungen des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) zeigen, dass die erfassten Schäden in der Europäischen Union vor allem in Verbindung mit öffentlichen Auftragsvergaben in der Summe bei ca. 120 Mrd. Euro liegen sollen. Dabei ist Korruption ein weltweites Phänomen, das sowohl Industrienationen, als auch Entwicklungsländer betrifft. Der Schaden in Entwicklungsländern ist in diesem Zusammenhang kaum zu überschätzen, denn selbst in Anbetracht ihrer vergleichsweise kleinen volkswirtschaftlichen Gesamtleistung entfallen nach Schätzungen bis zu 750 Milliarden Euro Schäden auf diese Länder. 

Die Mafia, Wirtschaft und Gesellschaft


Das ist der Titel der Konferenz, die am Dienstag, den 2. Februar an der Freien Universität von Berlin stattfand, gefördert von mafianeindanke und  in Zusammenarbeit mit dem Italienzentrum und dem Lektorat für Italienisch. Das Thema „Mafia, Wirtschaft und Gesellschaft“, zog viele Studierende, aber auch ProfessorInnen und Externe an, sodass die Aula bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Projekt „Visiterre“


Seit diesem Jahr ist Mafia? Nein, Danke! e.V. ein Partner des Projekts „Visiterre“. Wir suchen in Deutschland Interessierte, die sich vor Ort in Kampanien mit der Geschichte der Camorra und der Antimafia-Bewegung auseinandersetzen möchten. Visiterre engagiert sich für einen Sanften Tourismus und lässt die Reisenden vor Ort ein Teil der Antimafia-Bewegung sein. Nun besteht diese Möglichkeit auch für Reisende aus Deutschland.

mafianeindanke als Partner bei Seminar an der Universität München mit Nando dalla Chiesa


Anlässlich seines Aufenthaltes in Deutschland für ein von mafianeindanke e.V. organisiertes Seminar an der Humboldt Universität war Prof. Nando dalla Chiesa am  26. Januar auch in München, wo er einen Vortrag über die Darstellung der Mafia im Kino gehalten hat. Dalla Chiesa ging in seinem Vortrag auf prominente Filme wie „Der Pate“ ein, aber auch auf in Deutschland weniger bekannte Werke wie etwa „Die Mafia mordet nur im Sommer“.

Vorstellung „Tutti gli Uomini del Generale“


In der überaus gut besuchten Buchhandlung Mondolibro hat die italienische Schriftstellerin Fabiola Paterniti am Mittwoch, den 10. Februar ihr neues Buch „Tutti gli Uomini del Generale“ (alle Männer des Generals) vorgestellt. In Begleitung von dem Professor Nando dalla Chiesa, dem sehr viel an diesem Buch liegt, hat sie von ihren Beweggründen und der Einzigartigkeit des Buches erzählt.

Dubiose Geschäfte kosten Deutsche Bank viel Geld


Die vergangenen Jahre waren kein Zuckerschlecken für die Deutsche Bank, obwohl sie eines der leistungsstärksten und weltweit bekanntesten Geldinstitute ist. Im Mai 2015 schrieb das Manager Magazin, dass die Bank verdächtigt wird, russische Kunden bei Geldwäsche-Transaktionen geholfen zu haben. Die fragliche Summe beläuft sich auf 6 Millionen Dollar. Und als ob das allein nicht genügen würde, hielt man für wahrscheinlich, dass einige dieser Transaktionen für höhere russische Politiker erfolgten, die nach der Annexion der Krim mit Sanktionen belegt worden waren (die zuletzt bis zum ersten Trimester des Jahres 2016 verlängert wurden). Dabei ist diese Sache offenbar nur eine Spitze des Eisbergs von Problemen der Deutschen Bank.

Europäische Woche für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität in Brüssel


Die Europäische Kommission entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur im Kampf gegen die Mafia und die organisierte Kriminalität in Europa. Direktiven aus Brüssel setzen wichtige Akzente gegen Geldwäsche, und auch das europäische Parlament bringt die Sache voran. So hat der CRIM-Ausschuss mit einem umfangreichen Abschlussbericht den Finger in verschiedene Wunden gelegt, die in Europa in Bezug auf die organisierte Kriminalität aufklaffen. Unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments widmete sich im November die „Europäische Woche für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität“ dem Thema. Unsere Partnerorganisation Cultura Contro Camorra war unter den Organisatoren, Mafia? Nein, Danke! e.V. war mit mehreren Gästen vertreten. Hier nun ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltungen.

EU will verstärkt gegen Umsatzsteuerbetrug vorgehen


Die Europäische Kommission will künftig sogenannte Umsatzsteuerkarusselle stärker bekämpfen. Bekannt geworden wurde die Masche vor allem in Verbindung mit dem Handel von CO2-Emissionszertifikaten (diese sind inzwischen nicht mehr umsatzsteuerpflichtig, so dass diese Masche eingedämmt werden konnte). Praktiziert wird diese Betrugsmethode allerdings auch mit Handyteilen, Telefonkapazitäten, Rohstoffen und anderen materiellen und immateriellen Produkten. Dabei erstatten die Finanzämter Umsatzsteuer zurück, die in Wirklichkeit gar nicht gezahlt worden ist. Bezogen auf die EU geht man hier von einem Schaden von mehreren Milliarden Euro(! ) aus.