Operation „Two Seas“ – 11 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Wert von $ 3,3 Milliarden


Am Ende des letzten Monats, ist die Operation „Two Seas“, zu einem erfolgreichen Ende gekommen, als sie einen multikontinentalen Drogenhandel Ring aufdeckte. Die kolumbianische, italienische und US-Zusammenarbeit führte zur Beschlagnahmung von 11 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Wert von $ 3,3 Milliarden. Der Kokain Schmuggel von Kolumbien nach Europa wurde unter Leitung von Franco und Giuseppe Cosimo Monteleone – angeblich Mitglieder der kalabrischen Mafia ‘Ndrangehta – durchgeführt. Sie erhielten Hilfe von lokal organisierten Verbrecher Banden, der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) und den „bandas“ in Verbrecherkreisen bekannt als BACRIM. Jede der genannten Organisationen hielt auf operativer Ebene eine bestimmte Rolle inne und hatte seine eigene Funktion bei dem Schmuggelverfahren: die ehemalig gewährleistete Sicherheit für die Drogenlabore und Schmuggelrouten, die im letzteren Falle die Abfahrtsstellen am Meer kontrollierten, wo Drogen in Frachtladungen von tropischen Früchten versteckt waren.

Es wird davon ausgegangen, dass die ‚Ndrangheta in 30 Ländern mit 60 000 Mitgliedern weltweit präsent ist und es wird geschätzt, dass die Gruppe ca. 80 % des Europäischen Kokain-Verkehr steuert. Die Anwesenheit von der ‚Ndrangheta in Südamerika ist keine Überraschung für die Polizei. Die kalabrischen Mafia ist in vielen Ländern Lateinamerikas (darunter, um einige zu nennen,. Kolumbien und Argentinien) anwesend, aufgrund der starken italienischen Minderheitengruppen in diesen Staaten.

„Die ‚Ndrangheta ist global geworden, [aber] die Instrumente zur Bekämpfung sind national geblieben,“ fasst Antonio Nicaso, Experte für die kalabrische Mafia zusammen. Auch wenn Italien, dank dem Gesetz von 1994, jede Art von Beziehungen zur Mafia bestrafen kann, mit der Mafia als internationales Phänomen, ist das nicht genug. Denn die italienischen Bestimmungen setzen die verschiedenen europäischen nationalen Gesetze nicht außer Kraft, so kann es sein, dass es einfach nicht möglich ist, ein verdächtiges organisiertes Gruppenmitglied in einem anderen Land als Italien zu verhaften. Es wurde geschätzt, dass  die ‚Ndrangheta im Jahr 2013 $60 Milliarden verdient hat. Zur Veranschaulichung dieser Summe: das ist mehr als der vereinte Umsatz von McDonalds und der Deutschen Bank. Das sind 3,5 Prozent des italienischen BIP. 

Einsatz der Statistik bei Ermittlungen zur Geldwäsche


Geldwäsche zu erkennen ist nicht gerade einfach. Die verdächtigen Vorgänge verbergen sich häufig in der Masse der Finanztransaktionen, die täglich getätigt werden. Typischerweise zeigen sie sich nicht als eine einzelne Aktion und sind auch nicht auf eine einzelne Person zurückzuführen. Außerdem wird oft ein einzelner Vorgang der Geldwäsche in kleine Transaktionen gestückelt, um die Kontrollen zu umgehen, die automatisch erfolgen, wenn eine bestimmte Höhe der Gelder überschritten wird.

Die Ausdehnung der russischen Mafia in Deutschland


Wie diesen Monat berichtet wurde, vergrößert die russische Mafia ihre Macht in Deutschland. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt, dass bis zu 40.000 in Deutschland lebender Personen mit kriminellen Organisationen aus Russland in Verbindung gebracht werden können. Man muss aber bedenken, dass die Statistik nur gemeldete Straftaten mit einbezieht, die Dunkelziffer wird also wahrscheinlich höher liegen.
 
Diese kriminellen Gruppen sind in den gewöhnlichen Mafia-Geschäften aktiv: Drogen- und Menschenhandel, Steuerhinterziehung, Schutzgeld, Prostitution, Autodiebstahl und Dokumentenfälschung. „Aber was  wirklich überrascht“, so der BKA-Chef Holger Münch, „ist, dass diese ex-sowjetischen Mafiagruppen sich in weniger populären und weniger verworrenen kriminellen Geschäften wie Raub und Ladendiebstahl versuchen.
 
Es scheint überraschend aber 5.000 der Häftlinge in Deutschland, ein Anteil von 8-10% aller Insassen, sind entweder russisch-sprachig (nicht nur Russen, sondern auch Abschasier, Georgier und Turkmenen) oder Immigranten aus Russland. Das versorgt die russisch-sprachig organisierten Gruppen mit einer großen Menge an potentiellen Mitgliedern. Als Reaktion auf das beobachtete Phänomen haben das BKA und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihre Kooperation verstärkt.

Offene Ausschreibung für zwei EFD-Freiwillige bei MND, ab Januar 2017


Wir nehmen Bewerbungen an: Zwei Stellen für den Europäischen Freiwilligendienst bei Mafia? Nein, Danke! e.V. (MND) in Berlin. Die Stellen sind ab Januar 2017 frei, der Freiwilligendienst dauert zwölf Monate.

Bedingungen:

Bewerberinnen und Bewerber müssen zwischen 17 und 30 Jahren alt sein und Bürger eines Landes, das am Erasmus +-Programm teilnimmt. Die finanziellen Bedingungen sind von der Europäischen Kommission vorgegeben, sie sehen die Erstattung des Tickets für die An- und Abreise (in Form einer einmaligen Pauschale) vor, Kost und Logis sowie eine Krankenversicherung, ein Ticket für den ÖPNV, online-Sprachkurse sowie ein monatliches Taschengeld von 110 Euro.

Anmeldefrist für die „Summer School on Organized Crime“ in Mailand hat begonnen


Auch dieses Jahr organisiert das Institut für Sozial- und Politikwissenschaften der Universität Mailand die Summer School on Organized Crime.


Wie der Titel „Antimafia perchè. Antimafia come“ (Antimafia warum. Antimafia wie) schon sagt, geht es eine Woche lang um das Thema, das in den letzten Jahren immer wichtiger wurde und in der italienischen Öffentlichkeit kritisiert wird. Zivilgesellschaftliche Sensibilität und wissenschaftliches Interesse kommen an einem Ort zusammen, an dem Studierende, öffentliche Vertreter_innen, Vereine, Richter_innen und Staatsanwält_innen, Journalist_innen, Expert_inenn und Mitglieder des Zivilgesellschaft sich austauschen können.

11. Juli – Konferenz „Creating Public Spaces“, Beschlagnahmung und zivilgesellschaftliche Immobilien-Umnutzung in Deutschland und Italien



Konferenz „Öffentliche Räume für demokratische Kultur schaffen!

11. Juli 2016, 16-20 Uhr 

Humboldt Universität Berlin, Unter den Linden 6, Raum 2002


Wie kann die demokratische Zivilgesellschaft darin gestärkt werden, gleichberechtigten öffentlichen Raum zu erhalten, ohne sexistische, rassistische oder sonstige Formen von Ausbeutung, Einschüchterung und Gewalt? Können gleichzeitig lokale Angsträume der Organisierten Kriminalität (Mafien) oder Rechtsextremen zurückgedrängt werden?

Ein Mafiamord scheint 23 Jahre nach der Tat vor der Aufklärung zu stehen


Vor 23 Jahren wurde in Hessen der Pizzabäcker Giuseppe Sabia getötet. Die mutmaßlichen Täter blieben bis heute unbehelligt. Am Montag, 13. Juni 2016, wurde nun ein 43 Jahre alter Mann festgenommen, dem dieser Mord zur Last gelegt wird. Die Beweislage ist sehr gut: am Tatort des Mordes wurde Erbgut gefunden, das mit der DNA des nun Festgenommenen übereinstimmt. Verhaftet wurde der Mann in Spanien, dort soll er seit einigen Jahren leben.

Joaquin Guzmán Lorea: eine kriminelle Karriere


Wer ist Joaquin Guzmán Lorea alias El Chapo, auch bekannt als „The Godfather“ der Drogenwelt, Staatsfeind Nr. 1 oder Al Capone 2.0? Die Namensliste ist endlos. El Chapo, der bekannteste mexikanische Kartellchef, hat seine Augen und Ohren überall. Er hat Verbündete in Zentral- und Südamerika, Europa, Australien und China. Seinen Spitznamen, der übersetzt so viel wie „der Kurze“ heißt, gaben ihm seine Eltern bereits als Kind. Sie rechneten womöglich nicht damit, dass ihr Sohn eines Tages als einer der mächtigsten und gefürchtetsten Männer der Welt gelten und seinem Spitznamen eine ganz andere Bedeutung verleihen würde.

Aufgewachsen ist El Chapo Guzmán in Badiraguto, einer Kleinstadt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Sinaloa zählt zu einer der ärmsten Regionen des Landes und ist seit über zweihundert Jahren Zentrum der mexikanischen Drogenproduktion. Der Drogenkrieg in Mexiko gilt seit nunmehr zehn Jahren als innerstaatlicher Krieg. Mexiko ist nicht nur Transitland von Kokain aus Kolumbien, sondern auch selbst Hersteller von synthetischen Drogen und Marihuana. Neben den täglich stattfindenden Schießereien gehören Morde, Entführungen und Folterungen mit zum Tagesgeschäft der dort ansässigen Drogenkartelle. Seit 2006 sind in Mexiko über 17000 Menschen dem Drogenkrieg zum Opfer gefallen und fast 50 Journalisten umgebracht. So gilt Mexiko nach Afghanistan als das zweitgefährlichste Land für Journalisten. Eines der großen Übel ist die Korruption. Viele mexikanische Polizisten sind oft selbst kriminell verwickelt, sodass die Opfer meist auf sich allein gestellt sind.

Umsatzsteuerbetrug: ein Problem, dass die EU nicht in den Griff bekommt


Im Jahr 1993 trat der Vertrag von Maastricht in Kraft. Eines der Hauptziele war es, einen gemeinsamen Markt für Waren, Dienstleistungen und Kapital sowie weitgehende Personenfreizügigkeit zu schaffen. Die Öffnung der Grenzen brachte unbestreitbar viele Vorteile mit sich (etwa die Möglichkeit, in einem anderen Land innerhalb der EU zu studieren, zu arbeiten oder sich zur Ruhe zu setzen; ungehinderter Waren- und Kapitalfluss usw). Trotzdem ist gerade der schrankenlose gemeinsame Markt in der EU ein gefundenes Fressen für die Organisierte Kriminalität. Eine der am weitestverbreiteteten und profitabelsten Maschen ist der Umsatzsteuerbetrug, die so genannten Umsatzsteuerkarusselle. Bei diesen nutzen Kriminelle Gesetze in der EU aus und umgehen die Besteuerung von Waren, die innerhalb der EU gehandelt werden, zu ihrem millionenschweren Vorteil – auch, weil einige Mitgliedsstaaten ein effizientes Vorgehen gegen diese Form von Betrug nicht unterstützen.

Risikoindikatoren für Mafia-Infiltrationen als kommerzielle Dienstleistung


In welcher italienischen Provinz investieren die Mafiaclans am meisten? Welcher Sektor läuft die größte Gefahr, infiltriert zu werden? Oder welche Provinzen Italiens sind am stärksten von Autodiebstählen oder der Entwendung von Wohneigentum betroffen? Eine mailänder Uni-Ausgründung widmet sich diesen Fragen mit dem Ziel, die Ergebnisse kommerziell zu verwerten – als Schritt im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität, aber auch als nötige Dienstleistung für Unternehmen.