4. September: Film-Vorführung „Felicia Impastato” im Rahmen der CinemAperitivo-Reihe


Am 9. Mai 1978 wird Peppino Impastato von Angehörigen des Mafiaclans Badalamenti ermordet. Damals beschließt die Mutter des jungen Mannes, Felicia Impastato, keine Ruhe zu geben und die Namen der Mörder ihres Sohnes immer wieder öffentlich zu nennen. Schließlich findet sie jemanden,d er ihr zuhört: den Staatsanwalt Rocco Chinnici. Ihm gelingt es, die allzu schnell getroffenen Schlussfolgerungen seiner Kollegen über den Tod von Peppino zu widerlegen. Am 29. Juli 1983 wird er jedoch in die Luft gesprengt. Felicia Impastato beweint seinen Tod, gibt sich aber nicht geschlagen.
25. Oktober 2000: Sizilien hat sich dank den Opfern vieler verändert – 22 Jahre nach dem Mord an Peppino Impastato kann seine Mutter als Hauptzeugin im Prozess gegen Tano Badalamenti ihm entgegenschleudern: „Du hast meinen Sohn getötet.“ (Rai.tv)

EU-Kommission will digitale Währungen strenger kontrollieren


In der Nachfolge der Pariser und Brüssler Attentate hat die EU am 5. Juli neue Anti-Terror Gesetze erlassen, mit dem Ziel die Terrorismus-Finanzierung über digitale Währungen, wie Bitcoins, Prepaid Karten und Stiftungen und andere Organizationen zu verhindern. Dabei hat sich die EU an die internationalen Standards des FATF (Financial Action Task Force) angepasst.

KURZNACHRICHTEN JULI 2016


    1. 1) Cybercrime BKA

 

    1. 2) Schweiz und Geldwäsche

 

    1. 3) Eine neue Organisation? Kronzeuge sagt, Cosa Nostra und ‚’ndrangheta vor Vereinigung

 

    1. 4) Polizei dezimiert Clan Muto 

 

    1. 5) Strafen für Anschlag auf Falcone

 

  1. 6) Mafia und Expo

Norwegen- das am wenigsten korrupte Land der Welt


Laut dem Corruption Perception Index von Transparency International aus dem Jahr 2015 ist Dänemark das am wenigsten korrupte Land der Welt. Bei dieser jährlich erscheinenden Studie handelt es sich um die verlässlichste und anerkannteste Arbeit zum Thema der länderspezifischer Korruption. Dieses Jahr wurde eine neue Studie im Rahmen des EU-finanzierten ANTICORRP- Projektes veröffentlicht und überraschender weise findet sich nicht Dänemark auf dem ersten Platz, sondern Norwegen. Diese Veränderung kann leicht erklärt werden: Die ANTICORRP-Arbeit beinhaltet auch die Evaluierung bestehender Variablen der Korruptionsmessung, um deren Objektivität sicherzustellen. Im Gegensatz zu Transparency Internationals Index wird Korruption hier nicht über die Angaben von Experten ermittelt, die sich auf ein länderspezifisches Korruptionsverständnis beziehen, sondern es werden öffentlich zugängliche Daten aus sechs Bereichen analysiert: juristische Unabhängigkeit, Bürokratiebelastung, wirtschaftliche Freiheit, Transparenz des öffentlichen Haushaltes, e-citizenship und Pressefreiheit.

Im neuen Index findet sich Deutschland auf dem 11.  und Italien auf dem 24. Platz aus 105 Ländern, während Transparencys Corruption Perception Index Deutschland auf dem 10. und Italien auf dem 64. Platz von 167 Ländern sieht. 

Ist es möglich, in Spielotheken/Spielcasinos Geld zu waschen?


Spaziert man durch Berlin, ist es kaum möglich die vielen bunten Leuchtreklamen der häufig Tür an Tür gelegenen Spielotheken zu übersehen. Als Beispiel: In der Sonnenallee in Neukölln dominieren  Spielotheken das Straßenbild. Diese auf den ersten Blick wie billige Kopien von Casinos aus dem wilden Westen aussehenden Läden könnten in Wirklichkeit von der Organisierten Kriminalität genutzte Räume sein. Es wird vermutet, dass die Glücksspielautomaten manipuliert werden können, um Gelder ins legale Wirtschaftssystem zu leiten. Die Studie zeigt, dass sich die Anzahl von Glücksspielautomaten von 2006 bis 2012 vervierfachte und deren Umsatz um 40% stieg.

Operation „Two Seas“ – 11 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Wert von $ 3,3 Milliarden


Am Ende des letzten Monats, ist die Operation „Two Seas“, zu einem erfolgreichen Ende gekommen, als sie einen multikontinentalen Drogenhandel Ring aufdeckte. Die kolumbianische, italienische und US-Zusammenarbeit führte zur Beschlagnahmung von 11 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Wert von $ 3,3 Milliarden. Der Kokain Schmuggel von Kolumbien nach Europa wurde unter Leitung von Franco und Giuseppe Cosimo Monteleone – angeblich Mitglieder der kalabrischen Mafia ‘Ndrangehta – durchgeführt. Sie erhielten Hilfe von lokal organisierten Verbrecher Banden, der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) und den „bandas“ in Verbrecherkreisen bekannt als BACRIM. Jede der genannten Organisationen hielt auf operativer Ebene eine bestimmte Rolle inne und hatte seine eigene Funktion bei dem Schmuggelverfahren: die ehemalig gewährleistete Sicherheit für die Drogenlabore und Schmuggelrouten, die im letzteren Falle die Abfahrtsstellen am Meer kontrollierten, wo Drogen in Frachtladungen von tropischen Früchten versteckt waren.

Es wird davon ausgegangen, dass die ‚Ndrangheta in 30 Ländern mit 60 000 Mitgliedern weltweit präsent ist und es wird geschätzt, dass die Gruppe ca. 80 % des Europäischen Kokain-Verkehr steuert. Die Anwesenheit von der ‚Ndrangheta in Südamerika ist keine Überraschung für die Polizei. Die kalabrischen Mafia ist in vielen Ländern Lateinamerikas (darunter, um einige zu nennen,. Kolumbien und Argentinien) anwesend, aufgrund der starken italienischen Minderheitengruppen in diesen Staaten.

„Die ‚Ndrangheta ist global geworden, [aber] die Instrumente zur Bekämpfung sind national geblieben,“ fasst Antonio Nicaso, Experte für die kalabrische Mafia zusammen. Auch wenn Italien, dank dem Gesetz von 1994, jede Art von Beziehungen zur Mafia bestrafen kann, mit der Mafia als internationales Phänomen, ist das nicht genug. Denn die italienischen Bestimmungen setzen die verschiedenen europäischen nationalen Gesetze nicht außer Kraft, so kann es sein, dass es einfach nicht möglich ist, ein verdächtiges organisiertes Gruppenmitglied in einem anderen Land als Italien zu verhaften. Es wurde geschätzt, dass  die ‚Ndrangheta im Jahr 2013 $60 Milliarden verdient hat. Zur Veranschaulichung dieser Summe: das ist mehr als der vereinte Umsatz von McDonalds und der Deutschen Bank. Das sind 3,5 Prozent des italienischen BIP. 

Einsatz der Statistik bei Ermittlungen zur Geldwäsche


Geldwäsche zu erkennen ist nicht gerade einfach. Die verdächtigen Vorgänge verbergen sich häufig in der Masse der Finanztransaktionen, die täglich getätigt werden. Typischerweise zeigen sie sich nicht als eine einzelne Aktion und sind auch nicht auf eine einzelne Person zurückzuführen. Außerdem wird oft ein einzelner Vorgang der Geldwäsche in kleine Transaktionen gestückelt, um die Kontrollen zu umgehen, die automatisch erfolgen, wenn eine bestimmte Höhe der Gelder überschritten wird.

Die Ausdehnung der russischen Mafia in Deutschland


Wie diesen Monat berichtet wurde, vergrößert die russische Mafia ihre Macht in Deutschland. Das Bundeskriminalamt (BKA) schätzt, dass bis zu 40.000 in Deutschland lebender Personen mit kriminellen Organisationen aus Russland in Verbindung gebracht werden können. Man muss aber bedenken, dass die Statistik nur gemeldete Straftaten mit einbezieht, die Dunkelziffer wird also wahrscheinlich höher liegen.
 
Diese kriminellen Gruppen sind in den gewöhnlichen Mafia-Geschäften aktiv: Drogen- und Menschenhandel, Steuerhinterziehung, Schutzgeld, Prostitution, Autodiebstahl und Dokumentenfälschung. „Aber was  wirklich überrascht“, so der BKA-Chef Holger Münch, „ist, dass diese ex-sowjetischen Mafiagruppen sich in weniger populären und weniger verworrenen kriminellen Geschäften wie Raub und Ladendiebstahl versuchen.
 
Es scheint überraschend aber 5.000 der Häftlinge in Deutschland, ein Anteil von 8-10% aller Insassen, sind entweder russisch-sprachig (nicht nur Russen, sondern auch Abschasier, Georgier und Turkmenen) oder Immigranten aus Russland. Das versorgt die russisch-sprachig organisierten Gruppen mit einer großen Menge an potentiellen Mitgliedern. Als Reaktion auf das beobachtete Phänomen haben das BKA und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihre Kooperation verstärkt.

Offene Ausschreibung für zwei EFD-Freiwillige bei MND, ab Januar 2017


Wir nehmen Bewerbungen an: Zwei Stellen für den Europäischen Freiwilligendienst bei Mafia? Nein, Danke! e.V. (MND) in Berlin. Die Stellen sind ab Januar 2017 frei, der Freiwilligendienst dauert zwölf Monate.

Bedingungen:

Bewerberinnen und Bewerber müssen zwischen 17 und 30 Jahren alt sein und Bürger eines Landes, das am Erasmus +-Programm teilnimmt. Die finanziellen Bedingungen sind von der Europäischen Kommission vorgegeben, sie sehen die Erstattung des Tickets für die An- und Abreise (in Form einer einmaligen Pauschale) vor, Kost und Logis sowie eine Krankenversicherung, ein Ticket für den ÖPNV, online-Sprachkurse sowie ein monatliches Taschengeld von 110 Euro.