21. März: Das wichtige Gedenken an die Mafia-Opfer

Antimafia

Der Frühlingsanfang ist in Italien ein nationaler Gedenktag: Eine ursprünglich von Libera vorangetriebene Initiative wird inzwischen landesweit begangen: der Gedenktag für die unschuldigen Opfer der Mafia. Seit einigen Jahren wird der Gedenktag auch im Ausland begangen, mafianeindanke hat hierzu mehrmals beigetragen.

In diesem Jahr verbieten sich größere Zusammenkünfte aufgrund der Corona-Pandemie. Zugleich haben die Auseinandersetzungen um die Pizzeria „Falcone e Borsellino“ in Frankfurt im vergangenen Jahr gezeigt, wie wenig Bewusstsein für die Opfer der Mafia in Deutschland vorhanden ist. Unser Verein hat sich deshalb entschieden, eine Informationskampagne zu starten, um dem Thema unschuldigen Opfer der Mafia mehr Aufmerksamkeit zuzukommen zu lassen.

Wir haben festgestellt, dass die Online-Enzyklopädie Wikipedia große Lücken in diesem Bereich hat. Um also dieses Gedenken in Deutschland bekannter zu machen, werden wir eine lange Reihe von Wikipedia-Artikeln in verschiedenen Sprachen erstellen. Es wird um unterschiedlichen Persönlichkeiten gehen, die von Vertretern von Mafia-Clans ermordet worden sind, und die mit der Mafia nichts zu tun hatten. Und wir machen auch allgemeine Informationen verfügbar, etwa über diesen Gedenktag. Der erste Wikipedia-Eintrag  erscheint anlässlich des 21. März und hat genau diesen „Gedenktag für die unschuldigen Opfer der Mafia“ zum Thema. Er beinhaltet die Entstehungsgeschichte und zeigt auf, was an diesem Tag alles passiert ist. Lesen Sie den Artikel und empfehlen sie ihn weiter, weitere Beiträge werden kommen!

In Italien finden seit 1996 jedes Jahr Gedenkfeiern dafür statt: Kilometerlange Umzüge mit tausenden Demonstrierenden werden organisiert, zugleich treffen sich Angehörige von unschuldigen Opfern zum gegenseitigen Austausch. Bisher ist es uns nicht gelungen, unschuldige Opfer der Mafia in Deutschland zweifelsfrei zu identifizieren. In einem Fall ist nicht sicher, ob der junge, von einem Mafioso getötete Mann nicht doch auch selbst kriminelle Geschäfte erledigte. In einem weiteren Fall wurde das Opfer nie gefunden. Und in einem dritten Fall ist der Mafia-Hintergrund der Täter nicht eindeutig, in einem vierten Fall sind die Täter flüchtig, es ist aber von einem Mafia-Hintergrund auszugehen. Solche Fälle aufzuklären ist mühevoll und zeitaufwändig. Wenn Sie diese Arbeit unterstützen wollen, freuen wir uns über eine Spende. Denn die Geschichten der Opfer der Mafias sind auch für Deutschland extrem relevant. Auch weil der Einsatz dieser Angehörigen, angetrieben von der Erinnerung, viele – auch – gesetzliche Initiativen entstanden sind, die die Bekämpfung der Mafias weltweit begünstigt haben.

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Tagesspiegel berichtet zu Mafia-Strukturen

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