Um ein Zeichen gegen die Mafia zu setzen, gründeten Italienerinnen und Italiener in Berlin wenige Tage nach dem Blutbad von Duisburg die Initiative „Mafia? Nein Danke!“. Diese Initiative verlieh der Entrüstung der vielen ehrlich in Deutschland lebenden Italienerinnen und Italiener Ausdruck. Das Ziel von „Mafia? Nein Danke!“ war und ist es, in Deutschland über die Gefahr der Mafia aufzuklären.

Noch im selben Jahr leistete „Mafia? Nein Danke!“ seinen Beitrag zur größten Rebellion gegen „Schutzgeld“-Zahlung, die es jemals außerhalb von Italien gegeben hat. Im Dezember 2007 forderten Mitglieder der neapolitanischen Camorra von Berliner Restaurantbesitzern „Schutzgeld“. Um die erpressten Gastwirte einzuschüchtern, legten die Camorristi Feuer in einem Restaurant und zündeten ein Auto an. Mit Unterstützung von „Mafia? Nein Danke!“ gingen über 40 Gastronomen zur Polizei und erstatteten Anzeige. Die Polizei konnte die Erpresser daraufhin festnehmen und dankte der italienischen Gemeinde in Berlin für ihr Engagement gegen die Mafia.

„Mafia? Nein Danke!“ wurde von den deutschen Behörden als „Best practice“ bei Eurojust gemeldet, als positives Beispiel für das Engagement von Vertretern der Zivilgesellschaft bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Für die Initative war dies Ansporn, ihre Arbeit fortzusetzen, über das Problem Mafia aufzuklären, aber auch über das Wirken der Antimafia-Bewegung in Italien zu informieren.

Im November 2008 organisierte „Mafia? Nein Danke!“ in Berlin das erste Fest der Legalität und der Lebensfreude „Viva“ in Berlin. In weit über hundert Veranstaltungen wurde seitdem das Thema der Präsenz der Mafia in Deutschland vertieft und über Erfolge der internationalen Antimafia-Bewegung berichtet. Mafia? Nein Danke!“ rückt die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene gegen die organisierte Kriminalität immer mehr in den Fokus und drängt auf intensivere Kooperationen zwischen den Staaten der Europäischen Union. Außerdem ist Mafia? Nein Danke! eine Entsende- und Aufnahmeorganisation für den Europäischen Freiwilligendienst und Teil des Programms Raus von zuhaus.